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Therapeutisches Reiten

Seit zwei Jahren wird in der Saaletalklinik und der Klinik Neumühle „Therapeutisches Reiten“ als indikative Gruppentherapie angeboten. Diese Indikationsgruppe ist für unsere Patienten, die neben ihrer Suchterkrankung meist auch unter psychischen Begleiterkrankungen, wie z.B. Depressionen, Angststörungen, Impulskontrollstörungen, ADHS oder Persönlichkeitsstörungen leiden, etwas ganz Besonderes.

Hier geht es  unter anderem um Beziehungs- und Kontaktaufbau, Förderung der Wahrnehmung, Überwinden von Ängsten, Steigerung des Selbstbewusstseins, Reduzierung von Aggressionen, Entspannung und Stressabbau. Bei der Reittherapie dient das Pferd als „Spiegel der Seele“, und reflektiert unvoreingenommen, ohne das Verhalten seines Gegenüber zu bewerten. Durch die Reaktion des Therapiepferdes können die eigenen Defizite, Schwierigkeiten und Krankheitsbilder erkannt und verstanden werden. Dieser Prozess wird ohne Kränkung möglich, denn ein Pferd bewertet nicht im Sinne von gut oder schlecht, gesund oder krank.

Neben der Pferdepflege wie das ausgiebige Putzen zu Beginn jeder Stunde gehören zwei weitere große Bereiche:

  • Das „Getragen werden“ durch das Pferd ermöglicht den Patienten Geborgenheit und Entspannung zu erleben, den Kopf frei zu bekommen und auch mal die Kontrolle abzugeben, was für die meisten Menschen eine völlig neue Erfahrung ist, bei der viele Emotionen hochkommen. Körperbewusstsein, Balance und Gleichgewicht werden hierbei ebenfalls intensiv geschult.
  • Ein weiterer, wichtiger Bereich ist das Führen des Pferdes, hier werden Konzentration, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und vor allem Durchsetzungsfähigkeit geübt.

Die Gruppe besteht aus 4-8 Patienten, wobei sich jeweils zwei Patienten ein Pferd teilen, so bekommt jeder die Möglichkeit, sich tragen zu lassen und auch die Führung zu übernehmen. Jedes der Therapiepferde hat seinen speziellen Charakter, so dass auch für die unterschiedlichen Patienten immer der richtige Co-Therapeut zur Verfügung steht.

Was bewirkt die Reittherapie?