DIABETES: GUT LEBEN MIT DER
Zuckerkrankheit
Viel zu häufig bleibt Diabetes Typ 2 unentdeckt. Und so erfahren Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten manchmal erst im Krankenhaus, dass sie daran leiden. Doch gibt es einige Möglichkeiten, den Blutzucker in den Griff zu bekommen, wie Dr. Nagham Soda vom RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt erklärt.
ERSTE ANZEICHEN BEI DIABETES TYP 2
- Häufige Müdigkeit
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Vermehrter Harndrang
- Starker Durst
- Anfälligkeit für Infektionen
- Juckreiz und trockene Haut
Es ist eine Erkrankung, die sich oft unbemerkt einschleicht: Diabetes vom Typ 2. Durch genetische Veranlagung und gefördert von einer ungesunden Lebensweise sind in Deutschland geschätzt 8,5 Millionen Menschen davon betroffen, wie es im neuesten Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes heißt. Bei weiteren zwei Millionen Menschen könnte die Zuckerkrankheit noch nicht einmal erkannt sein.
„Die ersten Symptome sind so allgemein, dass sie nicht gleich auf Diabetes hinweisen“, sagt Dr. Nagham Soda, Ernährungsmedizinerin und diabetologisch versierte Ärztin (DDG) am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt. So behandelt sie viele Patienten, die eigentlich aufgrund einer Folge-Erkrankung eingewiesen wurden. Denn bleibt der erhöhte Blutzucker auf Dauer unbehandelt, kann dies zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Niereninsuffizienz, Nervenschädigungen und einem diabetischen Fuß führen. „Für manche Patienten kommt die Diagnose Diabetes im Krankenhaus oft überraschend“, erklärt die Oberärztin. Den Lebensstil ändern
Dabei müsste die Stoffwechselkrankheit nicht so lange unentdeckt bleiben. Dr. Soda rät dazu, das eigene Diabetesrisiko mithilfe eines Fragebogens zu ermitteln, den das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung unter drs.dife.de zur Verfügung stellt. Wer ein erhöhtes Risiko habe, solle einen Blutzuckertest durchführen lassen. Wird Diabetes frühzeitig erkannt, kann mit gesunder Ernährung und Bewegung gegengesteuert werden.
Am Lebensstil setzt Dr. Nagham Soda auch bei ihren Patienten an, die bereits eine Zuckerkrankheit entwickelt haben: „Gemeinsam schauen wir, wie sie körperlich aktiver werden und ihre Ernährung umstellen können.“ Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung, ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreideprodukte aus vollem Korn und etwas Obst sowie gute Fette in Maßen tun Diabetikern ebenso gut wie Nicht-Diabetikern. Übergewichtigen rät sie zudem, Pfunde abzubauen. Wenn eine Änderung der Lebensgewohnheiten nicht ausreicht, können Medikamente dabei helfen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren.

„Wir beraten, schulen und therapieren Patienten nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen.“
Dr. Nagham Soda
Ausgezeichnete Betreuung
Am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt werden Diabetespatienten individuell von einem spezialisierten Team betreut: Dr. Soda und fünf weitere Ärzte, die wie sie diabetologisch versiert sind, sowie drei Diabetesberater führen Therapien, Beratungen und Schulungen durch. Die behandelnden Ärzte werden dabei einbezogen. Wichtig ist dem Team ein reibungsloser Übergang in die ambulante Behandlung. Von den hohen Qualitätsstandards in der Versorgung zeugt die Zertifizierung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) als geeignete Klinik für Diabetiker. „Die Zertifizierung ist für uns eine große Anerkennung und bringt unseren Patienten Sicherheit. Die ganzheitliche Behandlung, unabhängig von der Erkrankung des Patienten, ist somit gewährleistet. Denn meist wird nur die Hauptdiagnose, nicht aber die Nebendiagnose Diabetes berücksichtigt“, sagt Dr. Soda. Das Team bilde sich regelmäßig weiter. Schließlich wird auf diesem Themengebiet viel geforscht. Neue Therapien entstehen, die die Lebensbedingungen von Betroffenen verbessern. „Wir beraten, schulen und therapieren Patienten nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen“, erklärt sie.
DIE VIER DIABETES TYPEN
- Typ 1: Autoimmunerkrankung, die dazu führt, dass der Körper kein Insulin mehr produziert. Beginnt häufig in der Kindheit oder Jugend. Ca. 5 Prozent aller Diabetes-Erkrankten sind von dieser Form betroffen.
- Typ 2: Zurückzuführen auf eine Insulinresistenz. Die Körperzellen reagieren nicht ausreichend auf Insulin. 90 Prozent aller Diabetes-Fälle sind Typ 2 zuzuordnen.
- Typ 3: Fasst seltene Diabetes-Formen zusammen, etwa aufgrund eines Gendefekts, als Folge einer Medikamenteneinnahme oder einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse.
- Typ 4: Die Gestationsdiabetes kann in der Schwangerschaft auftreten und klingt nach der Entbindung in der Regel wieder ab.