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Konsiliardienst

Die Psychosomatische Klinik Bad Neustadt ist eingebettet in den Komplex des Rhön-Klinikums mit 6 weiteren somatisch ausgerichteten renommierten Kliniken:

Die Herz- und Gefäß-Klinik mit den Abteilungen für Kardiochirurgie, Kardiologie und Gefäßchirurgie.
Weiterhin die Klinik für Handchirurgie, die Neurologische Klinik und die Saaletalklinik, eine Rehabilitationsklinik für Abhängigkeitserkrankungen. Mit allen Kliniken verbindet uns eine enge Kooperation, die sich durch den intensiven Konsiliardienst, den die Psychosomatische Klinik für diese leistet, dokumentiert.

Der Konsiliardienst bedeutet, dass die Psychosomatische Klinik auf Anforderung der primär behandelnden Ärzte psychodiagnostische und psychotherapeutische Leistungen für die stationären Patienten anderer Abteilungen erbringt. Zu den Indikationen gehören:

  • Betreuung im Rahmen schwerer Erkrankungen bzw. operativer Eingriffe mit weitreichenden Konsequenzen, z. B. implantierte Defibrillatoren oder Kunstherzsysteme
  • Diagnostische Fragestellungen zur Abgrenzung von psychosomatischen versus somatisch bedingten Symptomen etwa in der Neurologie
  • Anhaltende körperliche Beschwerden ohne Organbefund, z. B. Schmerzen, Herzbeschwerden, Schwindel, Magen-Darm-Probleme
  • Mitbehandlung von komorbid auftretenden Ängsten und Depressionen
  • Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Adipositas), familiären Krisen oder Probleme mit nahen Bezugspersonen
  • Probleme in der Zusammenarbeit zwischen Patienten, Pflegepersonal und/oder Angehörigen

Hinsichtlich der Betreuung von Patienten mit einer Herzinsuffizienz und Patienten nach Implantation eines Kunstherzens wurde die Kooperation noch vertieft. Wir bieten in der Kardiologie einen regelmäßig wöchentlich stattfindenden Gesprächskreis für Betroffene und Angehörige zur Bewältigung der Auswirkungen einer Herzinsuffizienz an. Patienten, die für eine Kunstherzimplantation vorgesehen sind, werden teilweise schon vor der Operation und danach engmaschig bis zu ihrer Verlegung in die Rehabilitation oder Entlassung regelmäßig mitbetreut.

In der Klinik für Handchirurgie finden regelmäßige Patientenbesprechungen mit dem Team der behandelnden Chirurgen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Schwestern und dem ebenfalls tätigen Seelsorger mit dem Ziel statt, das organmedizinische Geschehen in die aktuelle Lebenssituation des Patienten einzubetten und eine optimale Unterstützung zu geben im Blick auf die zu leistende Krankheitsakzeptanz und -überwindung. Dabei geht es häufig um die sensible Begleitung in einer akuten Belastung und tiefen Erschütterung durch ein Unfallereignis. In diesem Zusammenhang werden sowohl Konsiliar- als auch Liaisondienste seitens der Psychosomatischen Klink erbracht, nicht nur diagnostische Einschätzungen vorgenommen (es wird exakt auf die vorhandene Symptomatik geachtet im Hinblick auf eine sich möglicherweise entwickelnde PTBS), sondern auch fachkundliche Hintergründe erläutert und gegebenenfalls Behandlungsabläufe supervidiert. 

Gerade in diesem Zusammenhang muss der psychosomatische Facharzt klären, inwieweit eine sich aus dem Unfallereignis begründende psychotherapeutische Behandlungsnotwendigkeit besteht und Empfehlungen aussprechen, wobei dann mitunter der entsprechende Patient in die psychosomatische Klinik verlegt wird, sollten die psychischen beziehungsweise psychosomatischen Symptome beim Patienten überwiegen und dieser zu einer stationären psychosomatischen Behandlung motiviert sein. Die handchirurgischen Therapien können dann parallel dazu und in Absprache fortgesetzt werden.

Sehr genau wird bei der diagnostischen psychosomatischen Einschätzung eruiert, ob es sich um Symptome handelt, die ursächlich im Zusammenhang mit dem Unfallereignis stehen, oder auf eine primäre , das heißt vorbestehende psychische Krankheitsdisposition zurück zu führen sind.