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Weiterführende Rehabilitation und Anschlussrehabilitation

Alltag und Beruf wieder selbstständig meistern

In der Abteilung für Weiterführende Rehabilitation (Phase C) mit 48 Betten können die Patienten bei den Therapien bereits mitarbeiten, sind aber noch auf Hilfestellungen bzw. pflegerische Leistungen angewiesen. Eine intensivpflichtige Überwachung und Therapie ist nicht mehr erforderlich. Die Behandlung ist darauf ausgerichtet, Beschwerdefreiheit, insbesondere Schmerzfreiheit, eine bestmögliche Beweglichkeit/Gehfähigkeit und Handlungsfreiheit, eine weitgehende Selbsthilfefähigkeit bei den Alltagsverrichtungen zu erreichen und eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

In der Abteilung für Anschlussrehabilitation (Phase D) mit 73 Betten sind die Patienten bei den Alltagsverrichtungen schon weitgehend selbstständig. Die Selbstständigkeit soll weiter verbessert und  die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit soll bei Patienten im erwerbsfähigen Alter wiederhergestellt bzw. erhalten werden. Entsprechend wird bei vielen Patienten eine medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) durchgeführt. Hierfür steht u. a. ein speziell ausgestatteter Raum für die arbeitsbezogene medizinische Trainingstherapie zur Verfügung. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Rehabilitationsphase ist die Vermittlung von Wissen über Krankheitsbilder und Risikofaktoren. Die Zuweisung der Patienten in beide Abteilungen erfolgt hausintern, durch Krankenhäuser und Schwerpunktkliniken der Umgebung sowie auf Veranlassung von Sozialversicherungsträgern.

In den Abteilungen für Weiterführende Rehabilitation und Anschlussrehabilitation können prinzipiell alle neurologischen Krankheitsbilder rehabilitativ behandelt werden. Indikationsschwerpunkte bei den Erkrankungen des zentralen Nervensystems sind:

  • der Hirninfarkt
  • die Hirnblutung
  • Basalganglienerkrankungen (insbesondere Morbus Parkinson)
  • Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma
  • erregerbedingte Erkrankungen (Meningitis, Enzephalitis)
  • entzündliche Erkrankungen (Multiple Sklerose)
  • Zustand nach hypoxischem Hirnschaden
  • Hirntumore
  • Anfallsleiden

Indikationsschwerpunkte bei den Erkrankungen des peripheren Nervensystems und der Muskulatur sind:

  • Polyneuropathien
  • Wurzelläsionen
  • Plexusläsionen
  • Nervenläsionen
  • Myopathien

Patienten, die aus einer nicht-neurologischen Abteilung zur Rehabilitation aufgenommen oder vom Sozialversicherungsträger zugewiesen werden, benötigen nicht selten eine neurologische Erstdiagnostik oder eine ergänzende, weiterführende neurologische Diagnostik. Oft sind auch diagnostische Verlaufskontrollen, z. B. nach Hirnoperationen oder nach erregerbedingten Erkrankungen des zentralen Nervensystems, notwendig. Hierfür stehen in unserer Klinik alle erforderlichen Diagnostikverfahren zur Verfügung.

Voraussetzungen für eine effektive Rehabilitation sind die Identifizierung der bei dem einzelnen Rehabilitanden bestehenden Funktions- und Fähigkeitsstörungen und die Festlegung von konkreten Therapiezielen in Abstimmung mit dem Rehabilitanden. Die einzelnen Therapieziele werden ICF-basiert definiert. Auf dieser Grundlage wird ein individuelles Therapiekonzept erstellt. Zum Erreichen der festgelegten Therapieziele arbeiten verschiedene therapeutische Disziplinen eng zusammen. In den wöchentlichen interdisziplinären Teambesprechungen werden die erreichten Verbesserungen dokumentiert und  die Therapieziele überprüft und ggf. modifiziert. 

Ein wesentlicher Inhalt der Rehabilitation ist die Vermittlung von Wissen über neurologische Krankheitsbilder und über Risiko- faktoren für neurologische Krankheiten, z. B. den Schlaganfall. Auch das Überdenken und Ändern von risikobehaftetem Verhalten sowie eine adäquate Krankheitsverarbeitung zählen zu den Rehabilitationszielen. Hierzu finden regelmäßig Schulungen/Seminare für die Rehabilitanden  sowie Informationsveranstaltungen für die Rehabilitanden und deren Angehörige statt. Die Angehörigen unserer Patienten werden so weit wie möglich in das Therapiekonzept einbezogen.

Zu den Selbsthilfegruppen aus der Umgebung (Aphasiker-Selbsthilfegruppe in Bad Neustadt, Selbsthilfegruppe Schlaganfall in Würzburg, Zentrum für Aphasie und Schlaganfall Unterfranken in Würzburg, Regionalgruppe Deutsche Parkinsonvereinigung, Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppen) besteht regelmäßiger Kontakt. Einmal monatlich findet eine Veranstaltung für Patienten und Angehörige mit wichtigen Informationen für die Zeit nach der Rehabilitation statt. Inhalte sind z. B. das Schwerbehindertenrecht, Pflegeleistungen, die Fahreignung bei neurologischen Erkrankungen und die  Unterstützungsmöglichkeiten durch Selbsthilfegruppen. Die Informationen werden durch einen Arzt, eine Mitarbeiterin unseres Sozialdienstes sowie einen Mitarbeiter des Zentrums Aphasie und Schlaganfall Unterfranken vermittelt.

Der Rehabilitationsprozess bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen ist mit der Entlassung aus der Reha-Klinik oft noch nicht abgeschlossen. Für die poststationäre Phase wird deshalb, in Abstimmung mit dem Rehabilitanden und dessen Angehörigen, vom Arzt, zusammen mit den Therapeuten und dem Sozialdienst, rechtzeitig vor der Entlassung ein Konzept für die weitere Betreuung bzw. Unterstützung erarbeitet. Hierzu zählen z. B. die Einleitung einer stufenweisen Wiedereingliederung, Empfehlungen für ambulante therapeutische Maß-nahmen, für eine stationäre Intervall-Rehabilitation oder eine spezielle berufliche Rehabilitation sowie gegebenenfalls die Empfehlung der Anbindung an eine Selbsthilfegruppe. Durch die genannten Maßnahmen und durch die ausführliche Information des Hausarztes oder des Facharztes in unserem Entlassungsbericht oder bei Bedarf telefonisch erleichtern wir unseren Patienten den Übergang in die ambulante Behandlung.

 

Weitere Informationen und Kontakt

Behandlungsphase: PHASE C

Behandlungsphase: PHASE C

Voraussetzungen für die Behandlung in der Phase C

  • bewusstseinsklarer Patient
  • mindestens einfachen Aufforderungen kann nachgekommen werden
  • an mehreren Therapiemaßnahmen kann der Patient täglich aktiv teilnehmen
  • der Patient sollte teilmobilisiert sein (z. B. längere Zeit im Rollstuhl sitzen können) und bei den Alltagsverrichtungen zumindest in Teilbereichen mithelfen können
  • es ist keine intensivmedizinische Überwachung mehr erforderlich
  • bestehende Begleiterkrankungen dürfen die Mobilisation nicht behindern

Ziele und Inhalte in der Phase C

  • Verbesserung von Sensibilität, Motorik, Mobilität, Kraft und körperlicher Belastbarkeit
  • Verbesserung der Selbsthilfefähigkeit bei den Alltagsverrichtungen
  • Verordnung und Anpassung von Hilfsmitteln
  • Verbesserung von sprachlichen Leistungen und anderen Hirnleistungen sowie des Schluckaktes
  • Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung
  • Angehörigenberatung
  • individuelle sozialdienstliche Beratung,
  • Sicherung der nachstationären Betreuung

Diagnostik und Behandlung in der Phase C

  • Therapie der Grund- und Begleiterkrankungen
  • Überwachung des Krankheitsverlaufes
  • Einleitung bzw. Modifikation sekundär-prophylaktischer Maßnahmen
  • gezielte funktionelle Behandlung und aktivierende Pflege zur Verbesserung der betroffenen sensomotorischen, sprachlichen und weiteren neuropsychologischen Funktionen und der Selbsthilfefähigkeit im Alltag und zur Vermeidung von Sekundärschäden

Behandlungsphase: PHASE D

Behandlungsphase: PHASE D

Voraussetzungen für die Behandlung in Phase D

  • kooperationsfähiger, für die Rehabilitationsbehandlung körperlich ausreichend belastbarer Patient
  • weitgehende Selbständigkeit bei den Alltagsverrichtungen wie Waschen, Ankleiden, Toilettenbenutzung
  • Essen und Mobilität

Ziele und Inhalte in der Phase D

  • Verbesserung von Sensibilität, Motorik, Kraft und körperlicher Belastbarkeit
  • Verbesserung von sprachlichen Leistungen und anderen Hirnleistungen sowie des Schluckaktes
  • Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung
  • Erlernen von Strategien zur Schmerzvermeidung/-linderung
  • Wiederherstellung bzw. Erhalt der Arbeitsfähigkeit/der Leistungsfähigkeitim Erwerbsleben
  • sozialdienstliche Beratung
  • Klärung des weiteren Rehabilitationspotenzi-als und der Langzeitperspektive

 Behandlung in der Phase D

  •  Therapie der Grund- und Begleiterkrankungen
  • Überwachung des Krankheitsverlaufes
  • Einleitung bzw. Modifikation sekundär-prophylaktischer Maßnahmen
  • gezielte funktionelle Behandlung und aktivierende Pflege zur Verbesserung der betroffenen sensomotorischen, sprachlichen und neuropsychologischen Funktionen und der Selbsthilfefähigkeit im Alltag und zur Vermeidung von Sekundärschäden
  • Schulungen zum Umgang mit Risikofaktoren (z. B. Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, arterielle Hypertonie) und neurologischen Erkrankungen (z. B. Schlaganfall)
  • medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation mit u. a. internen und externen Belastungserprobungen und arbeitsbezogener medizinischer Trainingstherapie
  • Versorgung mit Hilfsmitteln

Ansprechpartner

Dr. med. Alfred Baumgarten
Chefarzt der Abteilung Weiterführende Rehabilitation, Anschlussrehabilitation, Medizinische Rehabilitation

Sekretariat
Isolde Hofmann
T. 09771 908-8757
F. 09771 908-989410
E-Mail careha@neurologie-bad-neustadt.de