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Endoprothesen

(künstlicher Gelenkersatz)

In der Klinik für Schulterchirurgie werden pro Jahr ca. 200 Schulterprothesen implantiert. Davon sind ca. 5 ein Oberflächenersatz (Kappenprothesen), 50 anatomische Totalendoprothesen (hiervon 45 Kalottenersatz und 5 Schaftprothesen) und etwa 100 inverse Endoprothesen. Revisionen und Wechseloperationen machen derzeit mehr als die Hälfte aus.

Verschiedenste Schultergelenkserkrankungen können den Einbau eines künstlichen Schultergelenkes erforderlich machen. Der Anlass für solch einen Eingriff sind neben den sichtbaren Veränderungen des Gelenkes im Röntgenbild in erster Linie der starke Ruhe- und Belastungsschmerz, der zu einer mehr oder weniger regelmäßigen Einnahme von Schmerz-Medikamenten führt.

Bei der schmerzhaften Zerstörung des Schultergelenkes durch Arthrose (Gelenkverschleiß), rheumatoide Arthritis (rheumatische Gelenkentzündung, ungünstig ausgeheiltem Oberarmkopfbruch oder Humeruskopfnekrose (Absterben des Oberarmkopfes), ist es heute mit gutem Erfolg möglich, die Gelenkflächen durch eine sog. Gleitpaarung aus Metall und Polyethylen (Kunststoff) zu ersetzten.

Abb. 1: Eine im Langzeitverlauf bewährte Totalendoprothese der dritten Generation (s. Abb. unten), diese lässt sich in der Neigung des Kopfes, der Kopfgröße und dem individuellen Drehzentrum („Offset“) variabel anpassen.
Abb. 2: Operationsschritte für die Implantation einer anatomischen Totalendoprothese: Zunächst erfolgt ein Hautschnitt von etwa 15 cm Länge. Das Schultergelenk wird freigelegt. Anschließend wird der zerstörte Oberarmkopf entfernt und der Oberarmschaft für die Aufnahme des Prothesenschaftes vorbereitet. Danach wird zunächst eine ProbierOberamkopfprothese eingesetzt um die Gelenkfunktion zu prüfen. Erst nach Entfernung der Probierprothese wird die endgültige Prothese unzementiert oder zementiert eingesetzt.
Abb. 3: Aufraspeln der Markhöhle des Oberarmknochens um den Prothesenschaft einzupassen.
Abb. 4: Das Pfannenlager wird vorbereitet: Zunächst wird mittels einer Schablone in geeigneter Größe ein zentrales Loch vorgebohrt, über das die Pfanne vorgeformt wird. Dann wird der Kiel verdichtet und danach die Kunststoffpfanne mit Knochenzement eingesetzt.
Abb. 5: Röntgenbild einer Arthrose im Schultergelenk (=Omarthrose) mit schweren Verknöcherungen am unteren Pfannenrand, fehlendem Knorpel und stark schmerzhafter Einsteifung. Rechts daneben anatomische Schulter-Endoprothese (künstlicher Gelenkersatz), die bei intakter Sehnenmanschette eingesetzt wird. Diese besteht aus einem Spezialstahl, der im Oberarm mit einem Kunststoff (Knochenzement) fixiert wird, und einer Kunststoff-Pfanne (aus Polyethylen) als sog. „Gleitpaarung“.