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Distaler Abriss der Bizepssehne

Bei übermäßiger Anspannung oder Überlastung der Bizepssehne im Ellenbogen kann diese abreißen. Gelegentlich geschieht dies auch nach einer Episode chronischer Beschwerden oder in mehreren Etappen nach inkomplettem Riss. Da der Bizeps für die aktive Beugung und Unterarm-Drehbewegungen wichtig ist, sollte die operative Refixation erfolgen.

Abb.: Kernspintomografie mit Abriss der distalen (körperfernen) Bizepssehne und Hochrutschen des Muskelbauches. Die abgerissene Sehne wird wieder zweizügelig am Knochen befestigt, damit der Muskel den Unterarm wieder kraftvoll nach außen („Supination“) drehen kann. OP-Bild mit Befestigung der Sehne im Knochen.

Technik:

Durch einen S-förmigen Schnitt in der Ellenbogenbeuge wird zunächst die gerissene Sehne aufgesucht und dargestellt. Dann wird der Ansatzbereich an der Speiche freigelegt und nach dem Vorbohren eines ovalen Lochs die Sehne über transossäre Nähte zweizügelig im Knochen befestigt.

Die Klinik für Schulterchirurgie verwendet eine spezielle Technik, bei der ein Schenkel der Sehne auch um den Knochen herumgeführt wird (modifizierte Technik n. Platt), damit auch die Außendrehfähigkeit („Supination“) des Unterarmes über den Bizeps erhalten bleibt.

Nachbehandlung:

6-wöchige Lagerung in einer Baycast-Schiene mit Klettverschluss und begleitende, frühzeitiger passive Übungsbehandlung (für insgesamt 2-3 Monate) sind nach der Operation zu empfehlen, um eine zufrieden stellende Funktion zu erzielen.