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Notfallmedizinischer Alltag: Tagtäglich besondere Herausforderungen meistern

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RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt | 19.03.2018

Notfallmedizinischer Alltag: Tagtäglich besondere Herausforderungen meistern

600 Experten beim 14. Notfallmedizinischen Forum am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt

19.03.2018 – Rund 600 Ärzte, Notfallmediziner und Rettungsdienstmitarbeiter trafen sich am Wochenende zum 14. Notfallmedizinischen Forum am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt. Unter dem diesjährigen Leitthema „Notfallmedizinischer Alltag“ gaben verschiedene Vorträge, Workshops sowie eine Praxisdemonstration spannende Einblicke in zwei besondere Themenschwerpunkte: Einerseits häufige Notfälle, bei denen viele Patienten von der raschen Umsetzung neuer Erkenntnisse profitieren, andererseits Notfälle in der täglichen Praxis, die immer wieder eine besondere Herausforderung darstellen:

Routineeinsätze optimal meistern

Zu den häufigsten Einsätzen zählen Unfallopfer. „Jedes Jahr gibt es in Deutschland etwa 34.000 Schwerverletzte – und die Zahlen steigen an.“, erklärt PD Dr. Michael Dinkel, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt und Initiator des Notfallmedizinischen Forums. Meist liegen lebensbedrohliche Verletzungen vor, vor allem im Bereich des Kopfes oder des Brustkorbes. Versorgt werden diese Patienten in rund 600 lokalen, regionalen und überregionalen Traumazentren. „Wir müssen die Ausbildung unserer Notärzte, aber auch das Zusammenspiel mit Rettungs- und Hilfsorganisationen wie Feuerwehr und THW verbessern, um die vorhandene gute Infrastruktur optimal zu nutzen.“, so der Experte.

Wie wichtig das richtige Vorgehen beim Einsatz ist, wurde am Beispiel eines Verkehrsunfalls gezeigt. Der Unterschied zwischen einer schnellen Rettung im Gegensatz zu einer schonenden, nicht zeitkritischen Rettung von eingeklemmten Personen wurde professionell von den Einsatzkräften demonstriert. Die im Vorfeld abgestimmte und trainierte Zusammenarbeit von Polizei, Notärzten, Rettungsdienst, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk, bildet die Basis für den Erfolg. „Unser Ziel ist es, möglichst vielen Patienten das Überleben zu sichern und durch richtiges, der Einsatzsituation angepasstes Vorgehen, keine zusätzlichen Verletzungen hervorzurufen“, so Uwe Kippnich vom Bayerischen Roten Kreuz, der die Praxisdemonstration organisierte.  

Medizinischer Alltag ist zweifelsohne auch die Versorgung von Patienten mit akutem Herzinfarkt oder von Patienten mit Schrittmachern und eingebauten Defibrillatoren. „Bei der Versorgung dieser Patienten ist am Notfallort und bei der Akutversorgung im Krankenhaus ein stringentes Vorgehen anhand von festgelegten Algorithmen notwendig“, erläutert Prof. Dr. Kerber, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, „Nur so können möglichst viele Patienten mit guter Lebensqualität überleben.“

Die Klinik für Kardiologie erfüllt die Bedingungen als Cardiac Arrest Center: Sie schafft die Voraussetzungen, dass Patienten nach einem Herz-Kreislaufstillstand rund um die Uhr optimal versorgt werden. Allerdings können diese Strukturen nur genutzt werden, wenn die Patienten nach einem Herz-Kreislaufstillstand die Klinik erreichen. „Dazu ist es notwendig, dass viel mehr Laien sofort mit der Wiederbelebung beginnen, wenn sie einen Herz-Kreislaufstillstand beobachten“, fordert Dr. Dinkel. Im Rahmen des Notfallforums unterstützt er die Aktion „Ein Leben retten“, die auf einfache, aber effektive Rettungsmaßnahmen wie „Prüfen, Rufen, Drücken“ hinweist.

Besondere Herausforderungen im notfallmedizinischen Alltag

Auch in der tagtäglichen Praxis von Notfallmedizinern gibt es immer wieder Fälle, die eine besondere Herausforderung darstellen. Wie unterscheidet sich eine plötzliche, kurzzeitige Ohnmacht von einer Bewusstlosigkeit nach einem epileptischen Krampfanfall? Wie müssen Rettungskräfte bei psychiatrischen Notfällen wie akuten Erregungszuständen oder Suizidversuchen vorgehen, um eine Eskalation zu verhindern? Welche Hilfsangebote bestehen, wenn ihr Einsatz sie zu palliativ versorgten Patienten am Lebensende führt? Diese und weitere brisante Fragen aus dem Bereich der notfallmedizinischen Arbeit wurden im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt und diskutiert.

Neben den zahlreichen sachkundigen Vorträgen präsentierten erfahrene Notfallmediziner in sechs spannenden Falldarstellungen authentisch und lehrreich verschiedene notfallmedizinische Einsätze. Beim Workshop hatten Interessierte darüber hinaus die Möglichkeit, am Anästhesiesimulator die videogestützte Intubation zu trainieren. Beherrscht man das Verfahren, ermöglicht es eine sichere und schonende Atemwegssicherung.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein berufspolitisches Forum. Hier zeigte sich unter anderem, dass die Notfallsanitäter-Ausbildung, an der sich auch die Kliniken am Campus Bad Neustadt aktiv beteiligen, erfolgreich umgesetzt wird. Darüber hinaus stellt der RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt auch Notärzte, um den Notarztdienst im Landkreis Rhön-Grabfeld rund um die Uhr aufrechtzuerhalten. „Qualifizierte Rettungskräfte sind entscheidend für eine adäquate notfallmedizinische Versorgung.“, erklärt Professor Dr. Bernd Griewing, Vorstand Medizin der RHÖN-KLINIKUM AG, „Zusammen mit ihnen, unseren Notärzten  und unserer zukünftigen Zentralen Notaufnahme am neuen RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt wollen wir die Notfallversorgung hier in der Region langfristig sicherstellen.“

 

Pressekontakt

Daniela Kalb
Referentin Öffentlichkeitsarbeit 

RHÖN-KLINIKUM AG
Campus Bad Neustadt a. d. Saale

Tel.: 09771 67-1596
E-Mail: kommunikation@rhoen-klinikum-ag.com