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Dilatation (PTA) von Gefäßengstellen

Methode

Ziel ist die Aufweitung eines oder mehrerer Gefäßengstellen mit Hilfe eines Ballonkatheters. Die Behandlung wird in unserer DSA-Einheit vorgenommen. Nach Punktion einer Leisten- oder Ellenbogenarterie erfolgt die diagnostische Angiographie des Gefäßabschnitts. Nachfolgend wird das verengte Gefäßsegment mittels Führungsdraht und Ballonkatheter passiert. Im doppellumigen Katheter wird der außen aufsitzende Ballon insuffliert, wodurch die Gefäßwand überdehnt und die Gefäßlichtung geweitet wird. In der Regel gewährleistet die Maßnahme eine bessere Durchblutung. Bei Notwendigkeit kann die Behandlung durch die Gabe eines gerinnselauflösenden Medikaments oder das Einbringen einer Gefäßstütze erweitert werden.

Notwendigkeit

Die Notwendigkeit (Indikation) zur Dilatation von Gefäßengstellen mittels Katheter bespricht der zuweisende  Arzt – meist ein Gefäßchirurg – mit dem Radiologen in Abwägung anderer Behandlungsmethoden (medikamentöse oder operative Therapie). Die Dilatation von Gefäßengstellen mittels Ballonkatheter ist im Vergleich zur klassischen Gefäßoperation ein sehr schonendes Behandlungsverfahren. Deshalb kommt die Gefäßdilatation vorrangig bei umschriebenen Gefäßverengungen zum Einsatz.

Vorbereitung

Wegen der Kontrastmittelgabe ist eine Nüchternheit von mindestens 3 Stunden erforderlich. Die Katheterangiographie setzt zudem die Kenntnis der aktuellen Gerinnungs-, Schilddrüsen- und Nierenfunktion voraus. Bei ambulanter Untersuchung sollten deshalb die aktuellen Laborwerte (Thrombozyten, Quick-Wert, PTT-Wert, T3- und T4-Wert, TSH, Kreatinin, GFR) mitgebracht werden. Der zuweisende Arzt und der Radiologe klären den Patienten über die Gefäßbehandlung mittels Katheter eingehend auf und bitten ihn um sein schriftliches Einverständnis.

Durchführung

Die Untersuchung beginnt mit der Leistenrasur auf Station und dem Legen einer Venenverweilkanüle. Nach Lagerung auf dem Untersuchungstisch folgen die Desinfektion der Punktionsstelle und das sterile Abdecken des Patienten. Die Leisten- bzw. Ellenbogenregion wird mit einem Lokalanästhetikum betäubt. Es schließt sich die arterielle Punktion und das Einbringen eines Schleusen-Einführungssystems in die Arterie an. Über diesen Zugang werden der Führungsdraht und Katheter bis unmittelbar vor die Gefäßenge vorgeführt. Nach einer Diagnostikserie wird die Gefäßenge mit dem Führungsdraht und einem Ballonkatheter passiert. Der doppellumige Ballonkatheter wird zur Gefäßaufdehnung für 1 bis 2 Minuten auf mehrere Bar Innendruck insuffliert. Dabei kann es zu einem Druckgefühl an der behandelten Stelle kommen. Nach Dokumentation des Behandlungserfolges wird das Kathetermaterial entfernt und die Punktionsstelle für 10 bis 15 Minuten vom Assistenzpersonal komprimiert, bis ein Gerinnsel die punktierte Gefäßwand blutungsdicht abgeschlossen hat. Schließlich wird ein straffer Kompressionsverband am Punktionsort für die Dauer von 12 Stunden angelegt. Während dieser Zeit muss eine strenge Bettruhe eingehalten werden.

Risiken

Die Indikation zur Katheterbehandlung wird sorgfältig abgewogen. Wir befragen Frauen im gebärfähigen Alter nach einer Schwangerschaft, während der eine planbare Gefäßdilatation nicht durchgeführt wird. Die Strahlendosis bei der Gefäßdilatation kann in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad der Behandlung zwischen 1 bis 8mSv liegen. In einer Häufigkeit von ca. 3% können bei dem invasiven Behandlungsverfahren Komplikationen auftreten. Komplikationen, die im Vergleich zur operativen Behandlung deutlich seltener sind, umfassen die Blutung aus der Punktionsstelle mit Hämatombildung, die Gefäßverletzung mit lokalem oder peripher-embolischem Verschluss und eine Unverträglichkeitsreaktion auf das verabreichte Kontrastmittel. Wir verwenden moderne („nichtionische“) Kontrastmittel, bei denen es in weniger als 1% aller Untersuchungen zur allergischen Unverträglichkeitsreaktion kommt. Tritt ein solcher Fall ein, ergreifen wir alle notwendigen Gegenmaßnahmen. Unser erfahrenes Untersucherteam ist bestrebt, Komplikation im Rahmen der Gefäßbehandlung zu vermeiden bzw. möglichst niedrig zu halten.

Nachsorge

Nach Gefäßdilatation empfehlen wir die PTT-wirksame Gabe von Heparin, bei komplexen Gefäßstenosen auch die mehrwöchige Therapie mit Clopidogrel. Die Arteriosklerose als Erkrankung des gesamten Lebens erfordert meist eine medikamentöse Begleittherapie mit gerinnungswirksamen Medikamenten zusätzlich zur Ausschaltung der Gefäßrisikofaktoren durch eine gesunde Lebensweise. Die notwendigen Maßnahmen wird der behandelnde Arzt mit Ihnen besprechen.

Befundung

Die Therapie mittels Ballonkatheter einschließlich weiterer Empfehlungen wird in einem Behandlungsbericht zusammengefasst, der digital in der elektronischen Patientenakte unserer Klinik archiviert und zusätzlich als Papierausdruck dem anfordernden Arzt übermittelt wird.

Archivierung

Die digitalen DSA-Bilder werden elektronisch in unserem PACS-System archiviert. Bei Bedarf (Tel. 09771-662507) drucken wir die DSA-Bilder auf Laserfilm oder Papier aus und stellen Ihnen die Bildinhalte auf einer CD-ROM einschließlich einer Viewer-Software zur Verfügung.