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Katheterangiographie des Halses und Kopfes

Digitale Subtraktionsangiographie (DSA) der Hals- und Kopfgefäße mittels Katheter

Methode

Zur Abbildung gebracht werden in einem digitalen Röntgenverfahren die Arterien des Halses, des Gesichts- und/oder des Hirnschädels zeitgleich mit dem Einbringen eines Kontrastmittels über einen im Gefäß liegenden dünnen Schlauch (Katheter). Zuvor wird der Katheter über die Direktpunktion einer Leisten- oder Ellenbogenarterie in die Gefäßlichtung eingebracht und mit Hilfe eines flexiblen Führungsdrahtes bis in die Zielregion vorgeschoben. Die Punktion erfolgt in örtlicher Betäubung, die gesamte Katheteruntersuchung unter sterilen Bedingungen.

Notwendigkeit

Die Notwendigkeit (Indikation) zur digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) mittels Katheter bespricht der behandelnde Arzt mit dem Radiologen in Abwägung anderer Untersuchungsmethoden (Gefäßultraschall, MR-Angiographie, CT-Angiographie). Die DSA dient der Erkennung und Bestimmung des Ausmaßes von Gefäßeinengungen, -verschlüssen oder -aussackungen im Rahmen arteriosklerotischer, entzündlicher oder embolischer Erkrankungen der Hals- und Hirngefäße. Bei speziellen Befunden kann die diagnostische DSA mit einer Behandlungsmaßnahme in gleicher Sitzung kombiniert werden.

Vorbereitung

Wegen der Kontrastmittelgabe ist eine Nüchternheit von mindestens 3 Stunden bei geplanten Eingriffen erforderlich, in der Akutsituation eines frischen Schlaganfalls jedoch nicht. Die Katheterangiographie setzt zudem die Kenntnis der aktuellen Gerinnungs-, Schilddrüsen- und Nierenfunktion voraus. Bei ambulanter Untersuchung sollten deshalb die aktuellen Laborwerte (Thrombozyten, Quick-Wert, PTT-Wert, T3- und T4-Wert, TSH, Kreatinin, GFR) mitgebracht werden. Der zuweisende Arzt oder der Radiologe klärt den Patienten über die Katheter-DSA-Untersuchung eingehend auf und bittet ihn um sein schriftliches Einverständnis.

Durchführung

Die Untersuchung beginnt mit der Leistenrasur auf Station und dem Legen einer Venenverweilkanüle. Nach Lagerung auf dem Untersuchungstisch folgen die Desinfektion der Punktionsstelle und das sterile Abdecken des Patienten. Die Leisten- bzw. Ellenbogenregion wird mit einem Lokalanästhetikum betäubt. Es schließt sich die arterielle Punktion und das Einbringen eines flexiblen Führungsdrahtes in die Arterie an. Über diesen Draht wird der diagnostische Katheter innerhalb des Gefäßsystems bis in die Halsschlagadern vorgeschoben. Hier wird das Kontrastmittel vom Untersucher per Hand oder maschinell injiziert. Zur Aufnahmeserie muss der Patient einen Atemstopp einlegen. Das Kontrastmittel kann ein Wärmegefühl und ein kurzzeitiges Flimmern in den Augen hervorrufen. Nach Abschluss der DSA wird der Katheter entfernt und die Punktionsstelle für 10 bis 15 Minuten vom Assistenzpersonal komprimiert, bis ein Gerinnsel die punktierte Gefäßwand blutungsdicht abgeschlossen hat. Schließlich wird ein straffer Kompressionsverband am Ort der Punktion angelegt, der für 6 Stunden belassen wird. Während dieser Zeit muss eine strenge Bettruhe eingenommen werden.

Risiken

Die Indikation zur Katheter-DSA der Hals- und Hirnarterien wird sorgfältig abgewogen. Wir befragen Frauen im gebärfähigen Alter nach einer Schwangerschaft, während der eine planbare DSA-Untersuchung nicht durchgeführt wird. Die Strahlendosis bei der digitalen Subtraktionsangiographie kann in Abhängigkeit von der Körperregion und der diagnostischen Intensität zwischen 1 bis 5 mSv liegen. In einer Häufigkeit von 1 bis 3% können sich bei dem invasiven Verfahren Komplikationen einstellen. Diese umfassen die Blutung aus der Punktionsstelle mit Hämatombildung, die Gefäßverletzung mit lokalem Verschluss und die Embolie mit Ausbildung eines Schlaganfalls. Desweiteren kann eine Unverträglichkeitsreaktion auf das verabreichte Kontrastmittel eintreten. Wir verwenden moderne („nichtionische“) Kontrastmittel, bei denen es in weniger als 1% aller Untersuchungen zur allergischen Unverträglichkeitsreaktion kommt. Tritt ein solcher Fall ein, ergreifen wir alle notwendigen Gegenmaßnahmen. Unser erfahrenes Untersucherteam ist bestrebt, Katheter-Nebenwirkungen zu vermeiden bzw. möglichst niedrig zu halten.

Befundung

Die Interpretation der DSA-Bilder erfolgt in engem Kontext mit den klinischen Befunden durch einen Facharzt für Radiologie. Der radiologische Befund wird digital in der elektronischen Patientenakte unserer Klinik archiviert und zusätzlich als Papierausdruck übermittelt.

Archivierung

Die digitalen DSA-Bilder werden elektronisch in unserem PACS-System archiviert. Bei Bedarf (Tel. 09771-662507) drucken wir die DSA-Bilder auf Laserfilm oder Papier aus und stellen Ihnen die Bildinhalte auf einer CD-ROM einschließlich einer Viewer-Software zur Verfügung.