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MRT des Herzens ohne Stimulans

Methode

Die MRT basiert auf der Magnetisierbarkeit von Wasserstoffkernen und liefert Scheibchenbilder vom menschlichen Körper. Im Magnetfeld des Gerätes werden die Wasserstoffkerne zuerst ausgerichtet, dann durch Einstrahlen eines Hochfrequenzimpulses in einen Anregungszustand versetzt und schließlich deren Rückkehr in den Ausgangszustand („Relaxation“) messtechnisch aufgezeichnet. Werden dem Untersuchungsvolumen dreidimensionale Gradientenfelder überlagert, können während des Relaxationsvorgangs kontrastreiche Bilder mit anatomischer Information aus dem Körper aufgezeichnet werden. Im Rahmen der Herz-MRT werden die Bilder phasenparallel zur Herzaktion mittels EKG-Synchronisation aufgezeichnet. Durch intravenös verabreichtes Kontrastmittel werden der Bildkontrast gesteigert und krankhafte Durchblutungen besser erkannt.

Notwendigkeit

Die Notwendigkeit (Indikation) zur MRT des Herzens bespricht der behandelnde Arzt mit dem Radiologen. Die MRT-Diagnostik dient zur Abklärung von Durchblutungsstörungen und Entzündungen des Herzmuskels, zur Bestimmung des Ausmaßes von Herzklappenfehlern, zur Diagnostik von angeborenen Herzfehlern sowie von weiteren, seltenen Herzerkrankungen, wenn die Diagnose mit der Echokardiographie, dem Herzkatheter und weiterer kardiologischer Methoden nicht zweifelsfrei erbracht werden kann.

Vorbereitung

Patienten mit ferromagnetischen Implantaten und Herzschrittmachern können mittels MRT nicht untersucht werden. Bei Patienten über 50 Jahren oder bei bekannten Nierenerkrankungen müssen aktuelle Laborwerte vorliegen (Kreatinin, GFR). Der zuweisende Arzt oder der Radiologe klärt den Patienten über die MRT-Untersuchung auf. Wegen der Kontrastmittelgabe ist eine Nüchternheit von 3 Stunden vor der Untersuchung notwendig. Zur Untersuchung  müssen metallhaltige Kleidungsstücke, Uhren und Schmuck abgelegt werden, ebenso Scheckkarten. Es wird eine Verweilkanüle in eine Armvene gelegt.

Durchführung

Die MRT-Untersuchung wird in Rückenlage innerhalb der Geräteöffnung durchgeführt. Zu Untersuchungsbeginn werden EKG-Elektroden zur phasenparallelen Aufzeichnung der Herzaktionen sowie eine Empfangsspule über dem Brustkorb angebracht. Danach wird der MRT-Scan mit Planungsbildern gestartet. Mit unterschiedlichen Meßvorschriften werden Schichtblöcke in verschiedenen Herzebenen erstellt, zuerst ohne, dann mit Kontrastmittelgabe. Während der einzelnen Meßvorgänge muss der Patient auf Aufforderung für einige Sekunden den Atem anhalten. MRT-Untersuchung dauert ca. 35 Minuten. Nach Untersuchungsende wird die computergestützte Berechnung der Herzfunktion aus den Datensätzen vorgenommen.

Risiken

Wir befragen Frauen im gebärfähigen Alter nach einer Schwangerschaft, wo eine gewisse Vorsicht mit der MRT geboten ist. Darüber hinaus weist die MRT selber keinerlei Risiken und Nebenwirkungen auf. In sehr seltenen Fällen wird das gadoliniumhaltige Kontrastmittel nicht vertragen. Tritt ein solcher Fall ein, ergreifen wir alle notwendigen Gegenmaßnahmen.

Befundung

Die Interpretation der Herz-MRT-Bilder erfolgt in engem Kontext mit den klinischen Befunden in einer Besprechung durch zwei Fachärzte aus den Bereichen Radiologie und Kardiologie. Wegen der großen Anzahl der MRT-Bilder kann der Befundvorgang Zeit in Anspruch nehmen. Der MRT-Befund wird digital in der elektronischen Patientenakte unserer Klinik archiviert und zusätzlich als Papierausdruck übermittelt.

Archivierung

Die digitalen MRT-Bilder werden elektronisch in unserem PACS-System archiviert. Bei Bedarf (Tel. 09771-662507) brennen wir die MRT-Bilder (einschließlich einer Viewer-Software) auf eine CD-ROM.