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MRT des Herzens mit Stimulans

Methode

Die MRT basiert auf der Magnetisierbarkeit von Wasserstoffkernen und liefert Scheibchenbilder vom menschlichen Körper. Im Magnetfeld des Gerätes werden die Wasserstoffkerne zuerst ausgerichtet, dann durch Einstrahlen eines Hochfrequenzimpulses in einen Anregungszustand versetzt und schließlich deren Rückkehr in den Ausgangszustand („Relaxation“) messtechnisch aufgezeichnet. Werden dem Untersuchungsvolumen dreidimensionale Gradientenfelder überlagert, können während des Relaxationsvorgangs kontrastreiche Bilder aus dem Körper erzielt werden. Im Rahmen der Herz-MRT werden die Bilder phasenparallel zur Herzaktion mittels EKG-Synchronisation aufgezeichnet. Bei der Untersuchung mit Stimulans wird neben dem Kontrastmittel auch ein herzwirksames Medikament intravenös verabreicht, mit dem die Herzmuskelfunktion unter Belastungsbedingung überprüft wird („kardiales Stress-MRT“). Zur Anwendung können zwei Stimulantien kommen: Zum einen das Adenosin, das die Durchblutung des Herzmuskels steigert, zum anderen das Dobutamin, das die Herzaktion anregt.

Notwendigkeit

Die Notwendigkeit (Indikation) zur MRT des Herzens unter Belastungsbedingung bespricht der behandelnde Arzt mit dem Radiologen. Die MRT-Diagnostik mit Belastungsstimulation dient zur Abklärung von latenten Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, wenn die Diagnose mit der Fahrrad-Ergometrie oder Stress-Echokardiographie nicht zweifelsfrei erbracht werden kann.

Vorbereitung

Patienten mit ferromagnetischen Implantaten und Herzschrittmachern können mittels MRT nicht untersucht werden. Bei Patienten über 50 Jahren oder bei bekannten Nierenerkrankungen müssen aktuelle Laborwerte vorliegen (Kreatinin, GFR). Der zuweisende Arzt oder der Radiologe klärt den Patienten über die MRT-Untersuchung auf. Bei Gabe des Stimulans Adenosin müssen coffeinhaltige Substanzen (Kaffee, schwarzer Tee, Schokolade etc.) und ß-Blocker für 24 Stunden abgesetzt werden, bei Gabe des Stimulans Dobutamin ß-Blocker für 48 Stunden. Zur MRT-Belastungsuntersuchung ist eine Nüchternheit von 6 Stunden vor der Untersuchung eine zwingende Voraussetzung. Vor der Untersuchung müssen metallhaltige Kleidungsstücke, Uhren und Schmuck abgelegt werden, ebenso Scheckkarten. Es wird eine Verweilkanüle in eine (Dobutamin-Stimulation) oder beide (Adenosin-Stimulation) Armvenen gelegt.

Durchführung

Die MRT-Untersuchung wird in Rückenlage innerhalb der Geräteöffnung durchgeführt. Zu Untersuchungsbeginn werden EKG-Elektroden sowie eine Empfangsspule über dem Brustkorb angebracht. Danach wird der MRT-Scan mit Planungsbildern gestartet. Mit unterschiedlichen Meßvorschriften werden Schichtblöcke in verschiedenen Herzebenen ohne und mit Kontrastmittelgabe erstellt. Während der einzelnen Meßvorgänge muss der Patient auf Aufforderung für einige Sekunden den Atem anhalten. Im ersten Teil der Untersuchung wird die Ruhe-Funktion des Herzens gemessen, im Teil die Belastungs-Funktion nach Infusion des stimulierenden Medikaments Adenosin oder Dobutamin. Die gesamte Untersuchung dauert 45 bis 60 Minuten. Die Belastungsuntersuchungen finden unter kontinuierlicher Überwachung der Kreislauffunktionen mittels EKG, Blutdruck- und Sauerstoffmessung sowie in Anwesenheit eines Kardiologen statt. Nach Untersuchungsende wird der Patient weiterhin überwacht und die computergestützte Berechnung der Herzfunktion aus den Datensätzen vorgenommen.

Risiken

Wir befragen Frauen im gebärfähigen Alter nach einer Schwangerschaft. Bei Patienten mit Asthma bronchiale oder chronischer Bronchitis darf Adenosin nicht verabreicht werden, während Dobutamin bei schwerer arterieller Hypertonie und höhergradienter Aortenklappenstenose kontraindiziert ist. Die Methode der MRT selber weist keinerlei Risiken auf. In sehr seltenen Fällen wird das gadoliniumhaltige Kontrastmittel nicht vertragen. Nebenwirkungen treten regelhaft bei den Stressbelastungen auf: Bei Adenosin-Gabe kann es zu Kopfschmerzen und leichter Pulsbeschleunigung kommen, bei Dobutamin-Gabe neben der beabsichtigten Beschleunigung der Herzfrequenz auch zu Arrhythmien und zum Blutdruckanstieg. Schwere Nebenwirkungen versuchen wir durch eine engmaschige Patientenüberwachung schon im Vorfeld einzugrenzen. Tritt jedoch eine schwerwiegende Nebenwirkungsreaktion ein, ergreift unser geschultes Personal sofort alle notwendigen Gegenmaßnahmen.

Befundung

Die Interpretation der Herz-MRT-Bilder erfolgt in engem Kontext mit den klinischen Befunden in einer Besprechung durch zwei Fachärzte aus den Bereichen Radiologie und Kardiologie. Wegen der großen Anzahl der MRT-Bilder kann der Befundvorgang Zeit in Anspruch nehmen. Der MRT-Befund wird digital in der elektronischen Patientenakte unserer Klinik archiviert und zusätzlich als Papierausdruck übermittelt.

Archivierung

Die digitalen MRT-Bilder werden elektronisch in unserem PACS-System archiviert. Bei Bedarf (Tel. 09771-662507) brennen wir die MRT-Bilder (einschließlich einer Viewer-Software) auf eine CD-ROM.