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Tumoren der Hand

Enchondrom

Der häufige Tumor betrifft die Phalangen mit Lokalisation in der Nähe der ehemaligen Epiphysenfugen. Enchondrome werden entweder zufällig oder als pathologische Fraktur bei fortgeschrittener enostaler Kompaktaausdünnung diagnostiziert. MRT-Charakteristika sind das hohe Signal in T2- und T2*- Sequenzen sowie ein peripheres Kontrastmittelenhancement.

Osteoidosteom

Bei unklaren Schmerzen können die kontrastmittelverstärkte MRT und die Skelettszintigraphie die Diagnose erbringen. Osteoidosteome zeichnen sich durch ein intensives Knochenmarksödem, einen zentralen Nidus sowie eine Umgebungsentzündung auf. Prädilektionsorte sind das Triquetrum und die distale Handwurzelreihe.

Weichteilganglien

Der häufigste Weichteiltumor der Hand geht bevorzugt vom dorsalen Segment des SL-Ligaments, seltener von der FCR-Sehne aus. Ganglien können mit der hochaufgelösten Sonographie anhand ihrer Echoarmut nachgewiesen werden. Ziel der Sonographie- und MRT-Diagnostik ist die Identifikation des Ausgangsortes anhand des Ganglienstiels.

Intraossäre Ganglien

Sie entstehen durch synoviale Hypertrophie an den osteoligamentären Insertionen und führen zum zystischen Knochendefekten, die mit den extraossären Ganglienanteilen in Verbindung stehen. Häufige Lokalisationen sind das Lunatum (Ganglienursprünge am SL- und LT-Band), das mittlere Drittel des Skaphoids und die distale Handwurzelreihe palmarseitig.

Riesenzelltumoren

Sie sind charakteristischerweise palmarseitig an den Fingern lokalisiert, wo sie von den Flexorensehnenscheiden entstehen. Die Entitätsbestimmung sowie die Ausdehnung gelingen am besten mit der MRT. Charakteristisch sind in den T2*-Sequenzen signalarme Einschlussareale innerhalb des Tumors auf dem Boden von wiederholten Mikroeinblutungen.

Nervenscheidentumoren

Bildgebend ist die Tumorzuordnung zum Kompartiment des N. medianus oder des N. ulnaris möglich. In der MRT finden sich ein hohes Signal in den T2-Sequenzen aufgrund mukoid-zystischer Einschlüsse sowie ein inhomogenes Kontrastmittel-Enhancement. Anhand der Lage zum Ausgangsnerv können Neurinome und Neurofibrome unterschieden werden.

Weichteilsarkome

Nachweis- und Stagingmethode der Wahl ist die kontrastmittelverstärkte MRT. Sarkome können glatt begrenzt oder abgekapselt erscheinen oder eine Umgebungsinfiltration aufweisen. Ein unterschiedlich intensives Kontrastmittelenhancement. In der MRT-Diagnostik muss die Mitbeteiligung der Gefäß-Nerven-Bündel beschrieben werden. 

Glomustumor

Die Schmerzsymptomatik und bläuliche Tumorfarbe sind charakteristisch. Glomustumore sind in der Endphalanx lokalisiert, häufig subungual am Nagelkranz. Große Glomustumore führen zur Arrosion mit zystischemr Knochendefekt. Kleine Tumore können in der MRT anhand eines intensiven Kontrastmittel-Enhancements erkannt werden.

Lipom

Lipome sind an der Hand meist in der Daumen-  oder Kleinfingermuskulatur lokalisiert. Im Röntgen fällt eine vermehrte Transparenz auf (Bufalini-Zeichen). Bewiesen werden Lipome in der MRT anhand ihres Signalreichtums in T1- und T2-gewichteten Sequenzen. Das hohe Fettsignal kann zudem in fettsuprimierten Sequenzen unterdrückt werden.