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Dilatative Kardiomyopathie

Ursachen

Dilatation steht für Erweiterung bzw. Vergrößerung. Eine dilatative Kardiomyopathie bedeutet, dass der Patient eine Erkrankung des Herzmuskels hat, bei der die Herzkammern und die Herzvorhöfe vergrößert sind. Da gleichzeitig auch die Pumpfähigkeit des Herzens eingeschränkt ist, werden die Organe schlechter mit Sauerstoff versorgt und es gibt Anzeichen einer Herzschwäche. 

Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist die häufigste Form der Herzmuskelerkrankung. Sie wird in 20 bis 25 Prozent der Fälle vererbt (meist autosomal dominant, seltener X-chromosomal rezessiv oder mitochondrial rezessiv). Eine DCM kann durch eine Fülle von äußeren Schädigungen wie zum Beispiel ein schwerer und über Jahre unzureichend behandelter Bluthochdruck, dauerhaftes Herzrasen, aber auch Alkohol, Chemotherapie, Viren, Bakterien und Parasiten hervorgerufen werden.

Symptome

Die DCM ist nach der koronaren Herzerkrankung und der Bluthochdruckerkrankung des Herzens (hypertensive Herzerkrankung) die dritthäufigste Ursache einer Herzschwäche und der häufigste Anlass für den Einsatz eines mechanischen Herzunterstützungssystems (Assist Device) und einer Herztransplantation. Symptome sind Luftnot bei Belastung oder in Ruhe sowie meist belastungsunabhängige Brustschmerzen, Herzstolpern, Schwindel und Bewusstlosigkeiten. Insbesondere bei unter 40 Jahre alten Menschen, die meist lange beschwerdefrei waren, findet sich das subjektiv gespürte erste Auftreten meist im Zusammenhang mit zusätzlichen Herzkreislaufbelastungen wie schweren körperlichen Arbeiten, Fieber, gesteigertem Alkoholkonsum, Herzrasen oder einem Anstieg des Blutdrucks. Diese die Symptome auslösenden Faktoren sind aber nicht ursächlich für die Herzerkrankung.
Im Verlauf der Krankheit kann die Herzschwäche schlimmer werden. Es ist auch möglich, dass Herzrhythmusstörungen auftreten, die bei schwerer Ausprägung auch zum plötzlichen Herztod führen können. Die Herzkammer und die Herzvorhöfe sind so vergrößert, dass sich möglicherweise Blutgerinnsel bilden können. Es ist möglich, dass diese das Herz verlassen und zu Schlaganfällen oder Lungenembolien führen können.

Diagnostik

Bei einer DCM findet man eine Vergrößerung meist aller Herzhöhlen bei normaler Kammerwandstärke und verringerter systolischer Funktion. Darüber hinaus findet man häufig eine sekundäre Undichtigkeit der Mitral- und der Trikuspidalklappe. Notwendige diagnostische Maßnahmen sind ein EKG, in welchem man typische Veränderungen am Herzen erkennen kann. Des Weiteren sind ein Herzultraschall, eine Magnetresonanztomographie zum Ausschluss einer chronischen oder mit Defekt ausgeheilten Herzmuskelentzündung sowie ein Herzkatheter (unter Umständen mit einer Röntgendarstellung der rechten Herzkammer) notwendig. Insbesondere bei Verdacht auf Herzmuskelentzündung ist eine Herzmuskelbiopsie notwendig, bei der eine Gewebeprobe aus der Kammerscheidewand entnommen wird. Die Herz- und Gefäß-Klinik Bad Neustadt verfügt über alle diagnostischen und therapeutischen Voraussetzungen für die Betreuung von DCM-Patienten.

Therapie

Patienten mit DCM profitieren an der Herz- und Gefäß-Klinik Bad Neustadt in optimaler Weise von den klinischen Schwerpunkten in der nicht-invasiven Bildgebung in Kooperation mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Klinik, der Rhythmologie und der Kardiomyopathie sowie einer exzellenten Kooperation mit der Herzchirurgie des Hauses. Bei der DCM wird die klassische medikamentöse Behandlung der Herzschwäche ergänzt durch die Versorgung mit automatischen Defibrillatoren, biventrikulären Stimulationssystemen (CRT) und mechanischen Herzunterstützungssystemen (Assist Devices). Darüber hinaus kommt auch die gerade durch die Ärzte in Bad Neustadt besonders aktive Mitral- und Trikuspidalklappenchirurgie zum Einsatz. In einzelnen, sehr schweren Fällen, ist auch eine Herztransplantation notwendig. Auch auf diesem Gebiet verfügt die Herz- und Gefäß-Klinik Bad Neustadt über umfassende Erfahrungen in der Vorbereitung, der Operation und natürlich der Nachsorge.