A A A

Herzrythmusstörungen

Was sind Herzrhythmusstörungen?

Unter Herzrhythmusstörungen versteht man Störungen der regelmäßigen Abfolge des Herzschlages. Sie werden in langsame und schnelle Herzrhythmusstörungen untergliedert. Die langsamen Herzrhythmusstörungen nennt man Bradykardien, die schnellen Tachykardien. Bei einer Bradykardie ist der Herzschlag unter 60 Schlägen pro Minute, bei einer Tachykardie über 100 Schlägen pro Minute. Die Herzrhythmusstörung wird auch Arrhythmie genannt, was von dem griechischen Wort für „unrhythmisch“ abgeleitet ist.
Das Herz ist ein wahres Wunderwerk der Natur. Es schlägt bis zu 100 000-mal pro Tag und kommt bei manchen Menschen gelegentlich aus dem Takt. Diese Herzrhythmusstörungen bedeuten, dass bei dem Patienten das Herz entweder zu schnell oder zu langsam oder unregelmäßig schlägt. Es gibt Herzrhythmusstörungen, die harmlos sind, es gibt aber auch lebensbedrohliche Formen. Insofern ist es wichtig, dass sich Patienten bei ersten Beschwerden und Symptomen mit einem Arzt in Verbindung setzen.

Was sind die Ursachen von Herzrhythmusstörungen?

Herzrhythmusstörungen können zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben. Die meisten treten in Zusammenhang mit einer Erkrankung des Herzmuskels auf. Das kann passieren nach einem Herzinfarkt, bei Herzklappenfehlern oder auch bei einem durch starken Bluthochdruck geschädigten Herzen. Viel seltener sind angeborene Herzrhythmusstörungen, die durch Defekte der Ionenkanäle des Herzens oder das WPW-Syndrom (zusätzliche Leitungsbahnen zum Herzen) ausgelöst werden.

Wenn die Reizleitung im Herzen blockiert oder unterbrochen ist, kommt es zur Arrhythmie. In vielen Fällen sind dann Herzerkrankungen die Ursache, denn sie können dazu führen, dass das Herz nicht genügend Sauerstoff bekommt, um problemlos zu arbeiten. Es gibt auch Fälle, in denen Narben im Herzmuskel, die durch einen Herzinfarkt verursacht wurden, die elektrischen Impulse behindern, die das Herz benötigt, um richtig zu schlagen.

Neben den genannten Herz-Krankheiten kann es Herzrhythmusstörungen auch bei gesunden Menschen geben, die bestimmten Risikofaktoren ausgesetzt sind. Bei älteren Menschen werden ebenso häufiger Rhythmusstörungen beobachtet wie bei Menschen, die an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, denn die Schilddrüsenhormone lassen das Herz schneller schlagen. Übergewichtige Menschen haben nicht nur ein erhöhtes Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken, sondern sind auch für Rhythmusstörungen anfällig. Auch Diabetiker sollten sich in Acht nehmen: Gerade im Zustand der Unterzuckerung kann es zur Arrythmie kommen. Auch der Konsum von Drogen wie Kokain und zu viel Alkohol kann dazu führen, dass das Herz nicht mehr richtig schlägt. Ebenso wichtig ist eine vernünftige Ernährung: Man weiß, dass Blutsalze wie Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium sehr wichtig für die Reizleitungen rund um das Herz sind. Ist die Konzentration dieser Salze im Blut nicht hoch genug, kann dies auch zu Rhythmusstörungen führen.

Welche Symptome zeigen sich bei Herzrhythmusstörungen?

Bei der Beschreibung der Symptome gilt es, die zwei Arten von Herzrhythmusstörungen zu unterscheiden. Bei einer Tachykardie, also einem zu schnellen Herzschlag, werden in der Medizin folgende Symptome beschrieben:

  • Herzrasen
  • Herzstolpern (= unregelmäßiger Herzschlag)
  • Leistungsschwäche
  • Brustschmerzen und Luftnot
  • Schwindel, der durch einen Blutdruck-Abfall verursacht wird
  • Sehstörungen
  • Bewusstlosigkeit
  • Angst und Nervosität

Schlägt das Herz extrem schnell, kommt es zu einem Kreislaufstillstand und Bewusstlosigkeit. Hier ist die Gefahr des plötzlichen Herztodes besonders groß, ein Notarzt muss sofort alarmiert werden.

Bei der Bradykardie, dem zu langsam schlagenden Herz, werden folgende Symptome genannt:

  • Aussetzen des Pulses
  • Bewusstlosigkeit
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Angst und Nervosität
  • Leistungsschwäche

Natürlich gibt es Fälle, in denen sich die Herzrhythmusstörungen als harmlos erweisen. Doch am anderen Ende des klinischen Spektrums stehen lebensbedrohliche Formen wie Kammerflimmern und Kammertachykardien, die vor allem Patienten betreffen können, die einen großen Herzinfarkt durchgemacht haben oder an einer Herzschwäche leiden. Hier wird häufig ein Defibrillator implantiert. Es gibt aber auch viele Formen der Rhythmusstörung, die man durch eine Katheterverödung beseitigen kann. Wenn Sie Beschwerden verspüren, sollten Sie in jedem Fall zu einem Arzt gehen, denn nur er kann entscheiden, ob es sich um harmlose oder behandlungswürdige Herzrhythmusstörungen handelt. Das Expertenteam der Herz- und Gefäß-Klinik Bad Neustadt gehört zu den erfahrensten Ärzteteams weltweit.

Hier erhalten Sie ausführlichere Informationen zu den einzelnen Herzrhythmusstörungen:
Langsame Herzrhythmusstörungen (Bradykardie)
Schnelle Herzrhythmusstörungen (Tachykardie)