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Valvuläre Herzinsufizienz

(Herzinsuffizienz infolge von Herzklappenfehlern)

Ursachen

Eine weitere Ursache der Herzinsuffizienz stellen die verschiedenen Formen der Herzklappenfehler (Vitien) dar. Neben angeborenen Fehlbildungen, die heute zumeist bereits im Kindesalter operativ korrigiert werden können, stellen in der Erwachsenenkardiologie die erworbenen Herzklappenfehler die Mehrzahl der Befunde dar. Treten die Herzklappenfehler im Laufe des Lebens auf, sind also „erworben“, liegt meist ein ungesunder Lebenswandel (Alkohol, Nikotin, Stress) zugrunde.

Symptome

Herzklappen können entweder verengt oder undicht sein. Eine Verengung führt zu einer Druckbelastung der betroffenen Herzkammer, da sich das Blut vor der Engstelle staut. Sind die Herzklappen undicht, kann der Herzmuskel nicht ausreichend befüllt werden (Volumenbelastung). In beiden Fällen kommt es nach einiger Zeit zu einer Überforderung der sog. Kompensationsmechanismen. Das heißt der Körper kann die Folgen der fehlerhaften Herzklappen nicht ausgleichen (kompensieren). Der Patient bemerkt dies durch bekannte Herzinsuffizienz-Symptome wie Luftnot, Angina pectoris, Wassereinlagerung sowie Leistungsminderung und allgemeine Schwäche.

Diagnostik

Wichtigste diagnostische Maßnahme bei Herzklappenfehlern ist die Untersuchung des Herzens mittel Ultraschall, der sog. Echokardiographie. Hierdurch kann Art, Ursache und Schweregrad des Herzklappenfehlers bestimmt werden. Daneben kommen Magnetresonanz-Tomographie (Kardio-MRT) und invasive Herzkatheterverfahren (mit Kontrastmitteln)zum Einsatz.

Therapie

Liegt ein schwerer Herzklappenfehler als Ursache der Herzinsuffizienz vor, so muss die defekte Klappe in der Regel in einer Herzoperation durch eine Klappenprothese ersetzt werden. In vielen Fällen ist jedoch heute auch eine Rekonstruktion der eigenen Klappe möglich (z.B. Mitralklappen-Rekonstruktion). Bei den Herzklappenerkrankungen zeigt sich eine deutliche Trendverschiebung. Noch vor zehn Jahren wurden 80 % der Herzklappen durch künstliche Ventile ersetzt. Heute versucht man, wann immer möglich, die Herzklappe zu erhalten. Dieses gelingt in Bad Neustadt bei einigen Herzklappen, wie der Mitralklappe, inzwischen zu 80 %. Die Mitralklappenchirurgie wird in Bad Neustadt insbesondere von Herrn Dr. Patrick Perier vertreten.

Die zweite Herzklappe, die Aortenklappe, kann heute ebenfalls repariert werden, wenn die Herzklappe nicht durch Kalkeinlagerungen verändert ist. Der große Vorteil einer reparierten Herzklappe liegt zum einen an ihrer Natürlichkeit, zum anderen daran, dass gerinnungshemmende Medikamente, die bei vielen künstlichen Herzklappen notwendig sind, nicht eingenommen werden müssen. Hierauf hat sich die Herz- und Gefäß-Klinik Bad Neustadt in den letzten Jahren spezialisiert.

Eine Herzklappe kann umso eher erhalten bleiben, je früher sie operiert wird. Dies gilt insbesondere für die Mitralklappe, wo eine Zehn-Jahres-Untersuchung der Bad Neustädter Patienten zeigte, dass in einem frühen Stadium einer Herzklappenerkrankung durchgeführte Operationen für die Patienten deutliche Vorteile gegenüber denjenigen Patienten bringen, die in einem fortgeschrittenen Stadium einer Herzklappenerkrankung, mit bereits deutlichen klinischen Symptomen zur Operation kommen. Patienten mit einer Herzklappenerkrankung, insbesondere mit einer Mitralklappenerkrankung, sollten deshalb frühzeitig von einem Spezialisten untersucht werden, um die Vorteile einer herzklappenerhaltenden Operation nicht zu verpassen.