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Herzklappenfehler

Die steigende Lebenserwartung ist ursächlich für die steigende Zahl der Patienten mit Erkrankungen der Herzklappen. Die Medizin hat auf dem Gebiet der Wiederherstellung von Herzklappen und des Herzklappenersatzes große Fortschritte gemacht. Neue Möglichkeiten Herzklappenerkrankungen zu behandeln werden erprobt.

Was sind Herzklappenfehler?

Das menschliche Herz ist ein Wunderwerk der Natur. Es schlägt unermüdlich, rund 100 000 Mal am Tag, etwa zwei Milliarden Mal im Laufe eines 70 Jahre dauernden Lebens. Im menschlichen Herzen arbeiten vier Herzklappen, die den Blutfluss steuern und wie Ventile arbeiten. In jedem Lebensalter können Erkrankungen der vier Herzklappen auftreten und auch durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Prinzipiell unterscheidet man zwei Formen der Herzklappenfehler:

  • Zum einen gibt es die Insuffizienz, also die Schließunfähigkeit; das bedeutet, dass eine krankhafte Erweiterung oder das Abreißen von Gewebe im Herzen zur Undichtigkeit des Ventils führt und damit das Blut unter Umständen in die falsche Richtung zurück fließt.
  • Die zweite Form des Herzklappenfehlers bezeichnet man als Stenose, also eine Verengung der Gefäße. Dabei handelt es sich häufig um eine Entzündung, die zu Verklebungen oder Verkalkungen der Herzklappe führen kann. Dadurch entsteht dann eine Stauung des Blutes vor der verengten Klappe. Durch den Herzfehler, von Fachleuten auch Herzvitium genannt, kommt es aufgrund der angeborenen oder erworbenen Strukturbesonderheit des Herzens zu Funktionseinschränkungen des Herz-Kreislauf- oder des Herz-Lungen-Systems.

Was sind die Ursachen für Herzklappenfehler?

Die Ursachen für Herzvitien sind vielfältig. An einem Herzfehler kann man schon als Kleinkind, aber auch erst im Erwachsenenalter erkranken. In der Bundesrepublik kommen nach Schätzungen pro Jahr rund 6000 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt, das sind knapp 0,8 Prozent aller Neugeborenen. Als Ursache für einen Herzfehler findet man in der medizinischen Literatur Hinweise auf Chromosomenbesonderheiten wie zum Beispiel bei der Trisomie 21 (dem Down-Syndrom), der Trisomie 13 (dem Pätau-Syndrom), der Trisomie 18 (dem Edwards-Syndrom) oder dem so genannten Noonan-Syndrom, dem Marfan-Syndrom, em DiGeorge-Syndrom und dem Williams-Beuren-Syndrom. Außerdem können Giftstoffe während der Schwangerschaft wie zu viel Alkohol zu einem angeborenen Herzfehler führen. Die Ursache der meisten Herzfehler ist indes nicht geklärt, gleichwohl findet man auch Herzfehler, die auf Arzneimittel wie Phenytoin, Cumarine, Neuroleptika oder Lithium zurückzuführen sind, sowie Herzfehler die von Infektionen wie zum Beispiel Röteln herrühren. Auch im Zusammenhang mit Fehlbildungen im Darm- und Genitalbereich treten unter Umständen Herzfehler auf. Die vielfältigen technischen und medizinischen Neuerungen ermöglichen es vor allem bei Kindern, dass rund 90 Prozent aller Patienten das Erwachsenenalter erreichen.

Gerade in der Herz- und Gefäß-Klinik in Bad Neustadt findet sich ein europaweit renommiertes Experten-Team, das sehr große Erfahrung bei Operationen am offenen Herzen und den Herzklappen hat. Insbesondere der Aspekt der Rekonstruktion der betroffenen Herzklappe steht im Vordergrund, weswegen eine frühzeitige Diagnose und Therapie von besonderer Bedeutung ist.

Welche Symptome zeigen sich bei Herzklappenfehlern?

Die ersten Anzeichen einer Herzklappenerkrankung sind meist eine rapide Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit des Patienten. Der Patient zeigt Luftnot unter Belastung, weitere Symptome sind Enge in der Brust, Schwinelattacken, anfallsweises Herzrasen und Herzstolpern. Öfters kommt es im weiteren Verlauf der Krankheit zu Wassereinlagerungen in den Beinen, so genannte Ödeme. Wer eine fortgeschrittene Herzklappenerkrankung hat, kann plötzlich bewusstlos werden. Auch ein kleiner, manchmal reversibler Schlaganfall, kann ein ernstes Zeichen der Erkrankung sein.

Ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung durch den Hausarzt sind beim Auftreten erster Symptome wichtig. Dem Hausarzt fällt unter Umständen beim Abhören mit dem Stethoskop ein Geräusch auf, eine Untersuchung mit dem EKG ist unabdingbar. Eine endgültige Diagnose erstellt der Kardiologe dann meist durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, die in der Herz- und Gefäß-Klinik routinemäßig durchgeführt wird. Im höheren Lebensalter wird außerdem eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt, bei der das Bad Neustädter Klinikum ebenfalls zu den deutschlandweit führenden Krankenhäuern gehört.
Hier finden Sie ausführliche Beschreibungen zu den häufigsten Krankheitsbildern bei Herzklappenfehlern:

Aortenklappenstenose
Aortenklappeninsuffizienz
Mitralklappenstenose
Mitralklappeninsuffizienz
Trikuspidalklappeninsuffizienz