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Leistungsspektrum

Erfahren Sie mehr über das medizinische Leistungsspektrum der Kliniken für Kardiologie:

Herzrythmusstörungen

Was sind Herzrhythmusstörungen?

Unter Herzrhythmusstörungen versteht man Störungen der regelmäßigen Abfolge des Herzschlages. Sie werden in langsame und schnelle Herzrhythmusstörungen untergliedert. Die langsamen Herzrhythmusstörungen nennt man Bradykardien, die schnellen Tachykardien. Bei einer Bradykardie ist der Herzschlag unter 60 Schlägen pro Minute, bei einer Tachykardie über 100 Schlägen pro Minute. Die Herzrhythmusstörung wird auch Arrhythmie genannt, was von dem griechischen Wort für „unrhythmisch“ abgeleitet ist.
Das Herz ist ein wahres Wunderwerk der Natur. Es schlägt bis zu 100 000-mal pro Tag und kommt bei manchen Menschen gelegentlich aus dem Takt. Diese Herzrhythmusstörungen bedeuten, dass bei dem Patienten das Herz entweder zu schnell oder zu langsam oder unregelmäßig schlägt. Es gibt Herzrhythmusstörungen, die harmlos sind, es gibt aber auch lebensbedrohliche Formen. Insofern ist es wichtig, dass sich Patienten bei ersten Beschwerden und Symptomen mit einem Arzt in Verbindung setzen.

Was sind die Ursachen von Herzrhythmusstörungen?

Herzrhythmusstörungen können zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben. Die meisten treten in Zusammenhang mit einer Erkrankung des Herzmuskels auf. Das kann passieren nach einem Herzinfarkt, bei Herzklappenfehlern oder auch bei einem durch starken Bluthochdruck geschädigten Herzen. Viel seltener sind angeborene Herzrhythmusstörungen, die durch Defekte der Ionenkanäle des Herzens oder das WPW-Syndrom (zusätzliche Leitungsbahnen zum Herzen) ausgelöst werden.

Wenn die Reizleitung im Herzen blockiert oder unterbrochen ist, kommt es zur Arrhythmie. In vielen Fällen sind dann Herzerkrankungen die Ursache, denn sie können dazu führen, dass das Herz nicht genügend Sauerstoff bekommt, um problemlos zu arbeiten. Es gibt auch Fälle, in denen Narben im Herzmuskel, die durch einen Herzinfarkt verursacht wurden, die elektrischen Impulse behindern, die das Herz benötigt, um richtig zu schlagen.

Neben den genannten Herz-Krankheiten kann es Herzrhythmusstörungen auch bei gesunden Menschen geben, die bestimmten Risikofaktoren ausgesetzt sind. Bei älteren Menschen werden ebenso häufiger Rhythmusstörungen beobachtet wie bei Menschen, die an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, denn die Schilddrüsenhormone lassen das Herz schneller schlagen. Übergewichtige Menschen haben nicht nur ein erhöhtes Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken, sondern sind auch für Rhythmusstörungen anfällig. Auch Diabetiker sollten sich in Acht nehmen: Gerade im Zustand der Unterzuckerung kann es zur Arrythmie kommen. Auch der Konsum von Drogen wie Kokain und zu viel Alkohol kann dazu führen, dass das Herz nicht mehr richtig schlägt. Ebenso wichtig ist eine vernünftige Ernährung: Man weiß, dass Blutsalze wie Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium sehr wichtig für die Reizleitungen rund um das Herz sind. Ist die Konzentration dieser Salze im Blut nicht hoch genug, kann dies auch zu Rhythmusstörungen führen.

Welche Symptome zeigen sich bei Herzrhythmusstörungen?

Bei der Beschreibung der Symptome gilt es, die zwei Arten von Herzrhythmusstörungen zu unterscheiden. Bei einer Tachykardie, also einem zu schnellen Herzschlag, werden in der Medizin folgende Symptome beschrieben:

  • Herzrasen
  • Herzstolpern (= unregelmäßiger Herzschlag)
  • Leistungsschwäche
  • Brustschmerzen und Luftnot
  • Schwindel, der durch einen Blutdruck-Abfall verursacht wird
  • Sehstörungen
  • Bewusstlosigkeit
  • Angst und Nervosität

Schlägt das Herz extrem schnell, kommt es zu einem Kreislaufstillstand und Bewusstlosigkeit. Hier ist die Gefahr des plötzlichen Herztodes besonders groß, ein Notarzt muss sofort alarmiert werden.

Bei der Bradykardie, dem zu langsam schlagenden Herz, werden folgende Symptome genannt:

  • Aussetzen des Pulses
  • Bewusstlosigkeit
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Angst und Nervosität
  • Leistungsschwäche

Natürlich gibt es Fälle, in denen sich die Herzrhythmusstörungen als harmlos erweisen. Doch am anderen Ende des klinischen Spektrums stehen lebensbedrohliche Formen wie Kammerflimmern und Kammertachykardien, die vor allem Patienten betreffen können, die einen großen Herzinfarkt durchgemacht haben oder an einer Herzschwäche leiden. Hier wird häufig ein Defibrillator implantiert. Es gibt aber auch viele Formen der Rhythmusstörung, die man durch eine Katheterverödung beseitigen kann. Wenn Sie Beschwerden verspüren, sollten Sie in jedem Fall zu einem Arzt gehen, denn nur er kann entscheiden, ob es sich um harmlose oder behandlungswürdige Herzrhythmusstörungen handelt. Das Expertenteam der Herz- und Gefäß-Klinik Bad Neustadt gehört zu den erfahrensten Ärzteteams weltweit.

Hier erhalten Sie ausführlichere Informationen zu den einzelnen Herzrhythmusstörungen:
Langsame Herzrhythmusstörungen (Bradykardie)
Schnelle Herzrhythmusstörungen (Tachykardie)

Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)

Immer mehr Menschen leiden an Herzleistungsschwäche. Erfreulicherweise hat die Medizin auf dem Gebiet der Herzleistungsschwäche in den letzten zwei Jahrzehnten große Fortschritte gemacht.

Was ist eine Herzmuskelschwäche/Herzinsuffizienz?

Unter Herzmuskelschwäche oder auch Herzinsuffizienz versteht man eine Pumpschwäche des Herzmuskels. Diese Herzschwäche kann die linke Herzkammer (Linksherzinsuffizienz), die rechte Herzkammer (Rechtsherzinsuffizienz) oder beide Herzkammern (globale Herzinsuffizienz) betreffen.
Eine Herzinsuffizienz kann sowohl akut (z.B. durch einen kardiogenen Schock) oder chronisch (z.B. bei Kardiomyopathien, s.u.) auftreten. Diese Erkrankung kann also sowohl durch äußere Einflüsse (oder ungesunde Lebensweise!) ausgelöst werden aber auch in den Erbanlagen vorliegen, also angeboren sein.

Was sind die Ursachen einer Herzmuskelschwäche?

Eine Herzmuskelschwäche/Herzinsuffizienz kann mehrere Ursachen haben:

  • Durchblutungsstörungen des Herzens (koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt)
  • hoher Blutdruck (hypertensive Herzerkrankung)
  • Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankungen (sog. Kardiomyopathien)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Einsatz der Magnetresonanztomographie bei der Diagnostik von Patienten mit Herzmuskelschwäche

Die Ursachen einer Herzmuskelschwäche (Kardiomyopathie, CMP) können vielfältig sein. Neben dem wohl häufigsten Grund, der koronaren Herzerkrankung, können ein erhöhter Blutdruck, Entzündungen am Herzen, seltener muskuläre Verdickungen des Herzens (hypertrophe Kardiomyopathie) und andere Erkrankungen die v.a. mit Störungen der Entspannung des Herzens einhergehen (sog. restriktive Kardiomyopathien wie Amyloidose, Sarkoidose, Hämochromatose u.a. Speichererkrankungen), Herzerkrankungen bei internistischen Erkrankungen (Sklerodermie, Tumorerkrankungen nach Bestrahlung u.a.) und letztlich auch Erkrankungen des Herzbeutels.

Die Untersuchung des Herzens mit der Magnetresonanztomographie (MRT) wird bereits seit vielen Jahren routinemäßig in der Herz- und Gefäßklinik Bad Neustadt, Fachbereiche Kardiologie (CA Prof. Dr. Kerber) und Radiologie (CA Prof. Dr. Schmitt) eingesetzt. Die MRT erlaubt es mittels unterschiedlicher Untersuchungstechniken, die alle während eines Untersuchungsgangs abrufbar sind, ohne Röntgenstrahlen die Ursache einer Herzmuskelschwäche genauer einzugrenzen.

Die Bestimmung der Herzleistung gelingt mit der MRT dabei so genau wie mit keiner anderen Methode. Ob es sich dabei um eine globale oder nur regional betonte Herzmuskelverdickung handelt, kann dabei mitbeurteilt werden. Weiter ist die MRT die Methode der Wahl, die Struktur des Herzmuskelgewebes, teils unter Verwendung von Kontrastmittel, zu beurteilen. So können neue (akute) von alten (chronischen) Herzmuskelschäden beurteilt werden (sog. Ödem-sensitive Sequenzen). Es kann beurteilt werden, ob der gesamte Herzmuskel (z.B. rechte und linke Herzkammer) oder nur Teile erkrankt sind. Anhand der Verteilung einer sichtbaren Schädigung kann eine Aussage über die mögliche Ursache getroffen werden. Es können Aussagen darüber gemacht werden, ob die Schädigung möglicherweise behandelbar ist oder das Herzmuskelgewebe irreversibel geschädigt ist. Außerdem kann in vielen Fällen eine Veränderung des Herzbeutels (Verdickung, Wasseransammlung) beurteilt werden.

Zusammenfassend kann mit der MRT unter Verwendung von Kontrastmittel während der Untersuchung die Entscheidung über das weiter Vorgehen getroffen werden, d.h. sollte mit Medikamenten behandelt, eine Gewebeentnahme (Biopsie) am Herzen und/oder eine Herzkatheteruntersuchung zur Beurteilung der Herzkranzgefäße durchgeführt werden.

Welche Symptome zeigen eine Herzmuskelschwäche?

Eine Herzmuskelschwäche / Herzinsuffizienz zeigt sich bei den meisten Patienten durch eindeutige Symptome:

  • Allgemeine Leistungsminderung
  • rasche Ermüdbarkeit
  • Atemnot
  • Herzschmerzen
  • Gewichtszunahme durch Flüssigkeitseinlagerung.

Krankheitsbilder

Die Herzmuskelschwäche/Herzinsuffizienz bildet nur den Oberbegriff für ein breites Erkrankungsspektrum. Aufgrund der vielfältigen Ursachen, durch die eine Herzmuskelschwäche/Herzinsuffizienz ausgelöst wird, unterscheidet die Medizin auch verschiedene Krankheitsbilder.

Hier finden Sie ausführliche Beschreibungen zu den häufigsten Krankheitsbildern bei Herzmuskelschwäche / Herzinsuffizienz:

Herzmuskelschwäche nach Herzinfarkt (Ischämische Kardiomyopathie)
Herzinsuffizienz bei hypertensiver Herzerkrankung (Diastolische Herzinsuffizienz)
Herzmuskelerkrankung (Dilatative Kardiomyopathie)
Herzinsuffizienz infolge von Herzklappenfehlern (Valvuläre Herzinsuffizienz)
Herzinsuffizienz infolge von Herzrhythmusstörungen (Rhythmogene Herzmuskelschwäche)

Kardiomyopathien

Was sind Kardiomyopathien?

Unter Kardiomyopathien werden verschiedene Herzmuskelerkrankungen zusammengefasst. Diese gehen mit Störungen der mechanischen und/oder der elektrischen Herzfunktion einher. Bei einer Herzmuskelerkrankung sind die Herzwände entweder inadäquat verdickt (die so genante Hypertrophie) oder vergrößert (die so genannte Dilatation).

Was sind die Ursachen einer Kardiomyopathie?

Die Kardiomyopathien sind eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen der Herzmuskel direkt beteiligt ist. Von der amerikanischen Fachgesellschaft wurde 2006 folgende Definition und Klassifikation vorgeschlagen: „Kardiomyopathien sind eine heterogene Gruppe von Krankheiten des Herzmuskels, die mit mechanischen und/oder elektrischen Funktionsstörungen einhergehen und üblicherweise (aber nicht zwingend) eine unangemessene Hypertrophie oder Dilatation der Herzkammern verursachen.“ Die Kardiomyopathien sind vererbte oder erworbene Herzmuskelkrankheiten. Gemeinsam ist ihnen eine Neigung zu bedrohlichen Herzrhythmusstörungen sowie eine Einschränkung der Pumpleistung des Herzens trotz normaler Funktion von Herzkranzarterien und Herzklappen. Außerdem ist diese Erkrankung durch eine Vielzahl von Ursachen, meist genetisch, bedingt.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Herzmuskelerkrankung?

Eine Kardiomyopathie betrifft primär den Herzmuskel, kann aber auch Teil einer generalisierten systemischen Krankheit des Patienten sein. Oft führen Kardiomyopathien zu Symptomen einer zunehmenden Herzschwäche wie Luftnot bei Belastung oder in Ruhe, Schwellungen der Beine, Brustschmerzen und Herzrhythmusstörungen. Eine Kardiomyopathie kann auch Ursache eines plötzlichen Herztodes sein.

Hier erhalten Sie ausführliche Informationen zu den häufigsten Krankheitsbildern bei einer Herzmuskelerkrankung:

Hypertrophische Kardiomyopathien
Arrythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie
Dilatative Kardiomyopathie
Inflammatorische Kardiomyopathien / Myokarditis
Non-Compaction Kardiomyopathie
Tako-Tsubo-Kardiomyopathie
Myokardiale Speicherkrankheiten

Koronare Herzerkrankungen

Was ist eine koronare Herzerkrankung?

Unter koronarer Herzkrankheit (KHK) oder auch ischämischer Herzkrankheit (IHK) versteht man eine Erkrankung der Herzkranzgefäße, die durch Ablagerungen in der Aderinnenhaut zu einer Einengung führt. Dadurch kann es passieren, dass der Herzmuskel nicht mehr genügend Blut bekommt. Normalerweise bedingen Einengungen der Koronargefäße unter 50 % ihres Durchmessers keine Beschwerden für den Patienten.

Ist das Gefäß aber stärker eingeengt, kommt es zu einer Versteifung und infolgedessen zu einer wesentlich schlechteren Durchblutung der Herzmuskulatur. Dadurch kann die Sauerstoffversorgung des Herzens nicht mehr ausreichen, es kommt zu einer Koronarinsuffizienz und in der Folge zum Sauerstoffmangel im Herzmuskelgewebe, der so genannten Ischämie.

Die KHK ist eine chronische Erkrankung. Die Verengung der Gefäße, die so genannte Arteriosklerose, erfolgt schleichend und über viele Jahre. Sie ist oft unregelmäßig auf verschiedene Herzkranzgefäße verteilt. Die Erkrankung nimmt ihren Ausgang an der Innenhaut der Gefäße. Zunächst bilden sich bei der „Koronararteriosklerose“ fleckförmige Erhöhungen, die man als Plaques bezeichnet. In diesen Erhöhungen können sich später Kalk und Cholesterineinlagerungen bilden. Die Gefäßwand kann schließlich aufbrechen, wodurch ein Geschwür im Gefäß entsteht. Auf diese Geschwüre lagern sich häufig Blutgerinnsel auf. Dieser ganze Prozess führt zu einem deutlich verringerten Innendurchmesser des Gefäßes bis hin zu einem kompletten Verschluss des Herzkranzgefäßes.

Was sind die Ursachen einer koronaren Herzerkrankung?

Die koronare Herzerkrankung ist die häufigste Todesursache in modernen Industrienationen. Die Ursachen sind vielfältig und im Detail noch unbekannt. Eine Vererbung ist nach heutigem Kenntnisstand der Medizin wahrscheinlich. Falls Eltern oder Geschwister von einer koronaren Herzerkrankung betroffen sind, sollte man das als Alarmsignal auffassen und Risikofaktoren ausschließen. Als Risikofaktoren gelten: Rauchen, Bluthochdruck, Blutfetterhöhung (zu hohe Cholesterin-Werte), Zuckerkrankheit sowie Bewegungsmangel, Stress und Gicht. All die genannten Risikofaktoren können die Entstehung einer koronaren Herzerkrankung begünstigen. Liegen mehrere vor - z. B. ein übergewichtiger Raucher mit zu hohem Cholesterin - so ist es wesentlich wahrscheinlicher, früher und auch schwerer an einer KHK zu erkranken.

Welche Symptome gibt es?

  • Brustenge
  • Atemnot bei Belastung (Dyspnoe)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Eine KHK kann in einigen Fällen auch asymptomatisch verlaufen. Das bedeutet, dass diese Patienten keine oder kaum Symptome haben. Diese Form tritt häufig bei älteren Patienten und Diabetikern auf.

Wie kann man der Entstehung der koronaren Herzerkrankung (KHK) entgegenwirken?

Vorbeugen der koronaren Herzerkrankung (KHK) bedeutet, dass Auftreten von Gefäßengstellen zu verhindern, was im ersten Schritt bedeutet Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden zu verhindern. Die uns bekannten, o.g. Risikofaktoren tragen dazu bei, dass sich Gefäßablagerungen bilden. Die günstige Beeinflussung der Risikofaktoren kann das Auftreten der Erkrankung verhindern oder das Fortschreiten der bereits bestehenden KHK verzögern.

An den genannten Risikofaktoren wird ersichtlich, dass man sich nicht in jedem Fall in das Schicksal einer familiären Neigung zu dieser Erkrankung einfügen muss. Die meisten der genannten Risikofaktoren kann man aktiv beeinflussen, sei es durch Umstellung der Lebensgewohnheiten und/oder durch den Einsatz von Medikamenten. Das Übergewicht (BMI > 25-30kg/m²) gilt als die wohl häufigste Zivilisationskrankheit. Sie ist häufig vergesellschaftet mit Bluthochdruck, Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus) und einem erhöhten Cholesterinwert (Fettstoffwechselstörung). Es ist erwiesen, dass eine Gewichtsreduktion alleine den Blutdruck deutlich senken kann, die Blutzuckerkrankung und Fettstoffwechselstörung bessert, z.T. sogar heilen kann. Die sicherlich nachhaltigste Maßnahme bei der Bekämpfung der koronaren Herzerkrankung, die effektiver als alle anderen Maßnahmen zusammen inkl. der Behandlung mit Medikamenten ist, ist die Abstinenz vom Nikotin. Bedauerlicherweise kann jedoch bei einem Teil der Patienten nicht auf die zusätzliche Gabe von Medikamenten zur Einstellung des Blutdrucks, des Blutzuckers und des Cholesterins verzichtet werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Veränderungen der Lebens- und Essgewohnheiten den Einfluss der Risikofaktoren und damit das Auftreten von Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall verhindern können. Neben der Nikotinabstinenz gilt die Umstellung der Ernährung und vermehrte körperliche Bewegung als entscheidend wichtig. Einige wichtige Regeln sollten beachtet werden:

  • Alles darf gegessen werden, vermeide jedoch einseitige Ernährung und zu hohe Kalorienzufuhr
  • Bevorzuge Obst und Gemüse, Getreideprodukte, fettarme Milchprodukte, Fisch und fettarmes Fleisch, meide tierische Fette
  • Körperliche Bewegung sollte Teil des Tagesablaufes werden. 4-5 mal pro Woche sollte 30-45 min. trainiert werden, möglichst Ausdauersportarten wie schnelles Gehen („Nordic walking“), Joggen, Schwimmen, Radfahren mit einer Ziel-Herzfrequenz von 100-120/min., dies gilt für gesunde Personen im Alter von 60-80 Jahren

Wenn diese Maßnahmen nicht zum Ziel führen (Blutdruck < 140/90 mmHg, LDL Cholesterin > 160 mg/dl, Blutzuckerlangzeitwert (HbA1c> 6,5%), Körpergewichtindex > 25kg/m²), dann sollten entsprechende medikamentöse Maßnahmen in Erwägung gezogen werden. Hierzu stehen uns moderne Score Systeme (z.B. PROCAM Score) zur Verfügung, um das individuelle Risiko eines Patienten unter Berücksichtigung der persönlichen Risikofaktoren abzuschätzen und die medikamentöse Therapie entsprechend einzustellen.

Wie kann man die koronare Herzerkrankung (KHK) im Frühstadium erkennen?

Die in der Kardiologie üblicherweise eingesetzten Untersuchungstechniken (Belastungs-)EKG und -Ultraschall können eine KHK erst in einem schon fortgeschrittenen Stadium erkennen, d.h. wenn bereits Engstellen vorhanden sind und diese zu Durchblutungsstörungen bzw. zu einem Herzinfarkt geführt haben und möglicherweise Schäden am Herzen hinterlassen haben.

Bei Menschen, die zahlreiche Risikofaktoren für eine KHK (s.o.) oder (a-)typische Symptome aufweisen, bei denen aber die körperliche Untersuchung, das EKG, die Belastungs- und Ultraschalluntersuchung keinen eindeutigen Hinweis auf eine koronare Herzerkrankung liefern, sollte nach frühen Formen der KHK gefahndet werden. Dabei wird aktuell die nicht-invasive Darstellung der Herzkranzgefäße mit der Kardio-CT angeboten.

Mit der in der Herz- und Gefäß-Klinik zur Verfügung stehenden Computertomographie können schon geringste Mengen Kalk an den Herzkranzgefäßen festgestellt und im gleichen Untersuchungsgang Engstellen mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden. Verkalkungen gelten als Ausdruck von Gefäßablagerungen und sind derzeit die frühesten, nicht-invasiv nachweisbaren Veränderungen der Arteriosklerose am Herzen. Sollten Verkalkungen mit oder ohne Einengung der Koronargefäße vorliegen, ist es gerechtfertigt, Risikofaktoren aggressiver und frühzeitiger mit Medikamenten zu behandeln.

Einsatz der MRT bei der Diagnostik von Patienten mit bekannter oder vermuteter koronarer Herzerkrankung

Die Untersuchung des Herzens mit der Magnetresonanztomographie (MRT) wird bereits seit vielen Jahren routinemäßig in der Herz- und Gefäßklinik Bad Neustadt, Fachbereiche Kardiologie (CA Prof. Dr. Kerber) und Radiologie (CA Prof. Dr. Schmitt) eingesetzt. Die MRT erlaubt es, mittels unterschiedlicher Untersuchungstechniken, die alle während eines Untersuchungsgangs abrufbar sind, ohne Röntgenstrahlen eine bekannte oder vermutete koronare Herzerkrankung (KHK) genauer einzugrenzen.

Die KHK führt über Durchblutungsstörungen zum Herzinfarkt und zur Vernarbung des Herzmuskels und darüber letztlich zur Einschränkung der Herzleistung. Die Darstellung der globalen und regionalen Herzleistung gelingt dabei mit der MRT mit einer Genauigkeit, wie mit keiner anderen Methode. Aufgrund der hohen Bildqualität wird die MRT zur Bestimmung der Herzleistung vor allem bei Patienten eingesetzt, bei denen diese mit der Echokardiographie aufgrund einer eingeschränkten Bildqualität nicht ausreichend sicher beurteilbar ist.

Neben der Beurteilung der Herzleistung kann nach Gabe von Kontrastmittel die Durchblutung des Herzens mit der MRT untersucht werden. Ziel hierbei ist es, starke Verengungen an den Herzkranzgefäßen auszuschließen, bzw. deren Bedeutung abzuschätzen. Dafür ist es notwendig, die Durchblutung nicht nur in Ruhe, sondern auch unter körperlicher Anstrengung (die mittels Medikamentengabe während der Untersuchung simuliert wird) zu untersuchen.

Zuletzt kann nach Gabe von Kontrastmittel vernarbtes Herzmuskelgewebe mit der MRT dargestellt werden. Vernarbtes Herzmuskelgewebe gilt als abgestorben und kann, sofern es sich nicht nur um kleine Narbenareale handelt, auch nicht durch eine Wiederherstellung der Blutzufuhr (z.B. mittels Ballondilatation oder Bypassoperation) wiederbelebt werden. Mit der Kenntnis von Größe und Ausdehnung der Narben am Herzmuskel kann sehr viel besser entschieden werden, welche Patienten bzw. welche Regionen des Herzens überhaupt von einer Behandlung also Ballondilatation oder Bypassoperation profitieren.

Zusammenfassend können mit der MRT unter Verwendung von Kontrastmittel und eines Medikaments, welches während der Untersuchung über die Vene gegeben wird, innerhalb von 30-45 min. die Herzleistung, die Durchblutung und mögliche vorhandene Narben am Herzmuskel untersucht werden.

Krankheitsbilder

Die koronare Herzkrankheit bildet den Oberbegriff für ein breites Erkrankungsspektrum.

Hier finden Sie ausführliche Beschreibungen zu den häufigsten Erscheinungsformen der KHK:

Koronararteriosklerose
Stabile Angina pectoris
Instabile Angina pectoris
Akuter Myokardinfarkt
Herzinsuffizienz (Herzschwäche), ischämische Kardiomyopathie

Herzklappenfehler

Die steigende Lebenserwartung ist ursächlich für die steigende Zahl der Patienten mit Erkrankungen der Herzklappen. Die Medizin hat auf dem Gebiet der Wiederherstellung von Herzklappen und des Herzklappenersatzes große Fortschritte gemacht. Neue Möglichkeiten Herzklappenerkrankungen zu behandeln werden erprobt.

Was sind Herzklappenfehler?

Das menschliche Herz ist ein Wunderwerk der Natur. Es schlägt unermüdlich, rund 100 000 Mal am Tag, etwa zwei Milliarden Mal im Laufe eines 70 Jahre dauernden Lebens. Im menschlichen Herzen arbeiten vier Herzklappen, die den Blutfluss steuern und wie Ventile arbeiten. In jedem Lebensalter können Erkrankungen der vier Herzklappen auftreten und auch durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Prinzipiell unterscheidet man zwei Formen der Herzklappenfehler:

  • Zum einen gibt es die Insuffizienz, also die Schließunfähigkeit; das bedeutet, dass eine krankhafte Erweiterung oder das Abreißen von Gewebe im Herzen zur Undichtigkeit des Ventils führt und damit das Blut unter Umständen in die falsche Richtung zurück fließt.
  • Die zweite Form des Herzklappenfehlers bezeichnet man als Stenose, also eine Verengung der Gefäße. Dabei handelt es sich häufig um eine Entzündung, die zu Verklebungen oder Verkalkungen der Herzklappe führen kann. Dadurch entsteht dann eine Stauung des Blutes vor der verengten Klappe. Durch den Herzfehler, von Fachleuten auch Herzvitium genannt, kommt es aufgrund der angeborenen oder erworbenen Strukturbesonderheit des Herzens zu Funktionseinschränkungen des Herz-Kreislauf- oder des Herz-Lungen-Systems.

Was sind die Ursachen für Herzklappenfehler?

Die Ursachen für Herzvitien sind vielfältig. An einem Herzfehler kann man schon als Kleinkind, aber auch erst im Erwachsenenalter erkranken. In der Bundesrepublik kommen nach Schätzungen pro Jahr rund 6000 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt, das sind knapp 0,8 Prozent aller Neugeborenen. Als Ursache für einen Herzfehler findet man in der medizinischen Literatur Hinweise auf Chromosomenbesonderheiten wie zum Beispiel bei der Trisomie 21 (dem Down-Syndrom), der Trisomie 13 (dem Pätau-Syndrom), der Trisomie 18 (dem Edwards-Syndrom) oder dem so genannten Noonan-Syndrom, dem Marfan-Syndrom, em DiGeorge-Syndrom und dem Williams-Beuren-Syndrom. Außerdem können Giftstoffe während der Schwangerschaft wie zu viel Alkohol zu einem angeborenen Herzfehler führen. Die Ursache der meisten Herzfehler ist indes nicht geklärt, gleichwohl findet man auch Herzfehler, die auf Arzneimittel wie Phenytoin, Cumarine, Neuroleptika oder Lithium zurückzuführen sind, sowie Herzfehler die von Infektionen wie zum Beispiel Röteln herrühren. Auch im Zusammenhang mit Fehlbildungen im Darm- und Genitalbereich treten unter Umständen Herzfehler auf. Die vielfältigen technischen und medizinischen Neuerungen ermöglichen es vor allem bei Kindern, dass rund 90 Prozent aller Patienten das Erwachsenenalter erreichen.

Gerade in der Herz- und Gefäß-Klinik in Bad Neustadt findet sich ein europaweit renommiertes Experten-Team, das sehr große Erfahrung bei Operationen am offenen Herzen und den Herzklappen hat. Insbesondere der Aspekt der Rekonstruktion der betroffenen Herzklappe steht im Vordergrund, weswegen eine frühzeitige Diagnose und Therapie von besonderer Bedeutung ist.

Welche Symptome zeigen sich bei Herzklappenfehlern?

Die ersten Anzeichen einer Herzklappenerkrankung sind meist eine rapide Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit des Patienten. Der Patient zeigt Luftnot unter Belastung, weitere Symptome sind Enge in der Brust, Schwinelattacken, anfallsweises Herzrasen und Herzstolpern. Öfters kommt es im weiteren Verlauf der Krankheit zu Wassereinlagerungen in den Beinen, so genannte Ödeme. Wer eine fortgeschrittene Herzklappenerkrankung hat, kann plötzlich bewusstlos werden. Auch ein kleiner, manchmal reversibler Schlaganfall, kann ein ernstes Zeichen der Erkrankung sein.

Ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung durch den Hausarzt sind beim Auftreten erster Symptome wichtig. Dem Hausarzt fällt unter Umständen beim Abhören mit dem Stethoskop ein Geräusch auf, eine Untersuchung mit dem EKG ist unabdingbar. Eine endgültige Diagnose erstellt der Kardiologe dann meist durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, die in der Herz- und Gefäß-Klinik routinemäßig durchgeführt wird. Im höheren Lebensalter wird außerdem eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt, bei der das Bad Neustädter Klinikum ebenfalls zu den deutschlandweit führenden Krankenhäuern gehört.
Hier finden Sie ausführliche Beschreibungen zu den häufigsten Krankheitsbildern bei Herzklappenfehlern:

Aortenklappenstenose
Aortenklappeninsuffizienz
Mitralklappenstenose
Mitralklappeninsuffizienz
Trikuspidalklappeninsuffizienz

Sportmedizin

Warum Sportmedizin?

Die Sportmedizin hat in den letzten Jahren im klinischen Alltag bei der Versorgung von Sportlern und Patienten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Bereich der Wissenschaft konnten viele Studien beweisen, dass sportliche Aktivität den Heilungsprozess fördert und ein fester Bestandteil einer modernen Therapie ist.