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Medikamente nach der Herz-OP

Warum muss ich nach einer Herzoperation noch Medikamente einnehmen? Diese Frage stellen sich viele Patienten. Dabei ist es aber sehr wichtig, die verordneten Medikamente gewissenhaft und nach Vorschrift einzunehmen. Auf gar keinen Fall dürfen die Medikamente eigenmächtig abgesetzt oder ihre Dosis verringert werden. Halten Sie immer Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Die Medikamente sorgen dafür, dass der Zustand des Herzens dauerhaft so gut bleibt wie nach der Herzoperation. Die Operation beeinflusst nicht die Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte oder Cholesterinwerte. Damit der Operationserfolg möglichst lange hält, müssen diese Erkrankungen auch nach der OP unbedingt weiterbehandelt werden. Geschieht dies nicht, kann sich z.B. ein Bypass-Gefäß bei erhöhten Blutfettwerten wieder verschließen. Ziel der medikamentösen Behandlung ist es, mögliche Komplikationen wie z.B. Schlaganfall oder Herzinfarkt zu verhindern und das Fortschreiten der koronaren Herzerkrankung aufzuhalten. Die Medikamente wirken sich positiv auf die Lebenserwartung aus. Sie verlängern also – vereinfacht gesagt – das Leben der Patienten. Hier gibt es vier große Medikamentengruppen:

  • Acetylsalicylsäure (Gerinnungshemmer, z. B. ASS)
  • Statine (Cholesterinsenker; z. B. Simvastatin)
  • ACE-Hemmer (Blutdrucksenker, z. B. Ramipril)
  • Betablocker (z. B. Metoprolol)

Bei guter Verträglichkeit sollten diese vier Medikamente von allen Patienten mit koronarer Herzerkrankung lebenslang eingenommen werden. Mit ihnen werden auch Patienten behandelt, die nach einem Eingriff keine Beschwerden mehr haben. Daneben können weitere Medikamente verordnet werden. Dazu gehören:

  • Calciumantagonisten, die verordnet werden, wenn sich der Blutdruck unter der Behandlung mit ACE-Hemmern und Betablockern nicht ausreichend senken lässt.
  • Nitrate: wenn unter einer Therapie mit Betablockern und/oder Calciumantagonisten immer noch Angina pectoris-Beschwerden auftreten.
  • Gerinnungshemmer: Einige Patienten mit koronarer Herzerkrankung müssen zusätzlich zu Acetylsalicylsäure und/oder Clopidogrel noch Phenprocoumon (z.B. Marcumar®) einnehmen. Dies sind vor allem Patienten mit Vorhofflimmern, mechanischer Herzklappe, tiefer Beinvenenthrombose oder Lungenembolie.

Es werden auch Medikamente verschrieben, die die Erholung des Herzen nach dem Eingriff erleichtern oder die Beschwerden bessern sollen. Hierzu gehören z. B. rhythmusstabilisierende Medikamente. Ist das Herz durch eine Herzerkrankung geschädigt, können Medikamente die Herztätigkeit unterstützen.